BGD - Bund für Gesamtdeutschland

BGD — Unsere Deutsche Heimat

Nr.81 (2. Quartal 2007)

Auszug


Die Leine für den Brotkorb

Genmanipulierte Lebensmittel,
dargestellt am Gen-Mais MON 863 des US-Konzerns Monsanto

Tatort Pampa Argentinien

Der Bauer Pacco Lestero konnte den verführerischen Angeboten einer ausländischen Firma nicht widerstehen und kaufte für seine kleine Farm das Saatgut für die nächsten Jahre. Die neue Maissorte mit Namen MON 863, so wurde ihm versprochen, war wesentlich ertragreicher, war gegen Pilzbefall, Krankheiten und Trockenheit gewappnet. Außerdem könne der neue Mais durch schnelles Wachstum gegen Unkraut besser bestehen, als der herkömmliche. Man brauchte nun keine Unkrautbekämpfungsmittel mehr einzusetzen, was sparsam und umweltfreudlich sei. Am Ende war dann der Preis ausschlaggebend und Pacco gelangte zu der festen Überzeugung, wenn er den neuen Mais kaufe und aussäte, dann würde auch er bald zu den Großgrundbesitzern zählen.

Argentinien zwei Jahre später

Der Mais des Pacco Lestero wuchs zwar, wie versprochen, schnell in die Höhe, seltsamerweise auch das Unkraut. Nachdem er sich gehörig beschwerte, weil auch der Ertrag etwas geringer war, lieferte man ihm kostenlos mehrere Gebinde Unkrautvernichtungsmittel. Bei der nächsten Aussaat seines Gen-Maises überdosierte er die Unkrautmittel, weil er die englische Gebrauchsanweisung nicht richtig verstand; denn Lesen und Schreiben konnte er nur auf Spanisch. In der Folge seiner modernen Saatmethoden starben seine beiden Kühe und ein paar Schweine. Jetzt sind auch seine Frau und seine Tochter in ärztlicher Behandlung. Sie leiden an Atemwegsbeschwerden!

Hier mag man einwenden, das sei ja ein Einzelfall und reichlich übertrieben. Das Gegenteil ist der Fall. Werfen wir einen Blick auf Nordamerika, dort wurden Millionen von Farmern auf die gleiche Art und Weise enteignet. Zuerst billiges genmanipuliertes Saatgut, dann die Abhängigkeit vom Trust, dann der Zwang zur Expansion und Kreditaufnahme. Am Ende konnten die einzelnen Farmer vor lauter Schulden nur noch Grund und Boden verkaufen. Heute gehören etwa drei Viertel der nordamerikanischen Landwirtschaftsflächen fünf großen Konzernen! Noch schneller als in Nordamerika geht dieser Prozeß überall auf der Welt vor sich, mit Ausnahme von Europa.

Tatort Europa

In Brüssel vergeht kaum eine Woche ohne den Besuch hochrangiger Manager des Monsanto-Group und anderer riesiger Konzerne. Diese sind im Besitz von amerikanischen Patenten, die den Zugriff auf das tierische, pflanzliche und sogar auf das menschliche Genom gestatten.

Tatort Berlin

In Deutschland indessen diskutiert man heftig, ausdauernd und leidenschaftlich, ob Gen-Mais-Versuchsfelder mit einem Schutzraum von 200 m oder 200 m zum Naturmais ausgestalten sein müssen, damit eine „Umweltverschmutzung“ nicht eintreten könne. Auf den Gedanken, daß der Naturmais den genveränderten Mais verschmutzen könnte, auf diesen Gedanken kommen die neunmalklugen Umweltprediger natürlich nicht! Vielmehr werden der Ethikrat bemüht, Kommissionen gebildet, Gutachten und Expertenmeinungen eingeholt, um irgendwelche Mehrheiten bei der nächsten Wahl vorzubereiten.

Tatort Brüssel

In Brüssel jedoch gehen die „Monsantos“ und andere zielstrebig ins Herz der Macht, nämlich in die Bürokratie. Dort wo mindestens einige Dutzend Beamtengruppen mit dem Problem von genmanipulierten Pflanzen, deren Im- und Export, Fragen juristischer Art (Patenthürden) und der Forschung und Erprobung befaßt sind, da setzen die Heuschrecken aus Amerika an; public relations nennen sie das. Bestechungen der Kommissare kommen nicht vor, da ist man vorsichtiger geworden; mußte doch die gesamte Runde schon mal geschlossen zurücktreten, weil die Korruption und Bestechungen allzu offensichtlich wurden. Heute werden Banketts ausgerichtet, Hochglanzbroschüren verteilt, in denen der Mais, genverändert, in den höchsten Tönen gelobt wird. Ganze Werbefeldzüge und europäische Versuchsanlagen werden scheinheilig finanziert, obwohl die Ergebnisse bereits in den USA bekannt sind.

Tatort Europa

Die Europäer haben keine Chance, die Wahrheit zu erfahren; sie werden professionell über den Tisch gezogen. Sei es beim Gen-Mais oder sei es im Flugzeugbau!

Zur Sache

Wo liegt denn die Wahrheit beim genmanipulierten Mais? Jedes veränderte Saatgut pflanzt sich selbst nicht mehr fort. Das heißt, wenn man ein Korn, welches aus Gen-Mais entstanden ist, in die Erde legt, dann verfault oder verschimmelt es; es würde niemals keimen. Man wäre immer wieder auf das Saatgut von Monsanto angewiesen! (Wie war das doch mit dem Verkauf der Öllampen an die Indianer? Diese Spielchen mit der Sehnsucht der Menschen wiederholen sich immer. Die Schriftleitung)

Tatort Global

Diese Tatsache hat man freilich Pacco Lestero verschwiegen. Diese Tatsache kommt in den Werbefilmen, in den Videos und Hochglanzbroschüren der Monsanto-Group nicht vor. Diese Tatsache steht auch nicht auf den Verpackungen von MON 863!

Während in Deutschland noch theoretisiert wird, ist man in Brüssel schon etwas weiter; vorsichtig hat man dort genmanimpulierten Mais als Tierfutter eingeführt und in kleinen Mengen der menschlichen Nahrungskette beigegeben; denn kleine Mengen brauchen nicht deklariert zu werden. Es wird heute schon zugegeben, daß 85% aller Lebensmittel in den Kaufhäusern bereits mit genverändertem Weizen, Mais, Soja, Reis versetzt sind!

Das Wichtigste, und das muß immer aufs Neue betont werden, ist die ungeheure Abhängigkeit von den großen Konzernen, denn nur diese haben das Saatgut, das keimt. Die Folge ist der Verlust der Freiheit und der Unabhängigkeit. Ist das Ziel erst einmal erreicht, dreiviertel der landwirtschaftlichen Anbauflächen weltweit zu beherrschen, dann übersteigt die Macht dieser Heuschrecken die Macht einer jeden Regierung auf dieser Welt.

Dann können Hungersnöte und Krisen künstlich hervorgerufen und gesteuert werden. Im Moment ist dies erst in Nordamerika der Fall; wenn wir nicht höllisch aufpassen und weiterhin so herumkasperln mit einer Pseudo-Staatlichkeit (gemeint ist Deutschland — ein Staat ohne Verfassung, sondern nur ein Grundgesetz) oder einen Überstaat (gemeint ist Europa) ein Hyperstaat ebenfalls ohne Verfassung (Merkel), sondern nur mit einer Grundlage, dann werden eines nicht allzufernen Tages uns die Heuschrecken genüßlich „verspeisen“.

S. F. Neubacher

P.S. Dem Vernehmen nach ist seit Februar 2007 Pacco Lestero ebenfalls im Krankenhaus.
Diagnose: Unbeabsichtigte Selbstvergiftung.
Seine Farm mußte verkauft werden.
Auch dies ist der Ausfluß einer skrupellosen Verkaufsstrategie eines global operierenden Konzerns.

UDH Nr. 81

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