BGD - Bund für Gesamtdeutschland

BGD — Unsere Deutsche Heimat

Nr.82 (3. Quartal 2007)

Auszug


Mit gebeugtem Haupt und geliehenem Verstand

Die Kriegsniederlage war total. Die Sieger, wie in allen Zeiten davor, nannten den Schuldigen. Es waren die Besiegten. Die Deutschen. Allein. Doch unabhängige Nachforschungen, selbst aus den Siegerländern, ergeben heute ein anderes Bild. „Hauptorganisator“ aller großen Kriege in Europa in den letzten 400 Jahren (Churchill) war immer England, weil keine stärkere Macht in Europa geduldet wurde. Bismarck 1897: „Die einzige Möglichkeit, die deutsch-englischen Beziehungen zu verbessern, wäre, unsere wirtschaftliche Entwicklung zurückzuschrauben. Und das ist unmöglich“. Bis heute sind in England die Archive des Zweiten, teils des Ersten Weltkrieges, geschlossen.

Bei der UdSSR ging es um die globale Ausbreitung der „Diktatur des Proletariats“ und bei den USA um dasselbe für das „Kapital“. Hitler, bestimmt kein „Engel“, war im Reigen der Kriegstreiber nach Churchill, Stalin, Roosevelt eher ein Getriebener — der „ungeduldige“ vierte, Polen — der „Zünder“ des Krieges. Aber wenn Hitler sich auch zurückgehalten hätte, wäre der Krieg, weil er gewollt war, sowieso auf irgendeine andere Weise zustandegekommen. Zwar hatten jüdische Kreise schon 1933 im Daily Express Deutschland den Krieg erklärt, und obwohl sie auch zum mächtigsten Katalysator der Geschehnisse bis zur Schaffung der Atombombe wurden — bestimmend war die Geopolitik.

Es ergibt sich nach Bernhard Shaw: „Wenn die Wahrheit einmal von der Lüge überholt worden ist, dann ist es furchtbar schwierig“. Tatsächlich:

Da aus Deutschland immer noch was zu „holen“ (letztendlich der deutsche Boden) ist, setzt sich der Krieg gegen Deutschland zu einem „Hundertjährigen Krieg“ fort, und weil das erste Opfer des Krieges immer die Wahrheit ist, wirkt die antideutsche Schuldpropaganda weiter. Ob das für Europa im „Kampf der Kulturen“ (der Kontinente!) segensreich ist, ist eine andere Frage.

Das Begehren nach „Schonung“ nach der Kriegsniederlage, „sich einer übermächtig-fremdbestimmten Zukunft“ gegenüberzusehen, das Bestreben, sich die Sicherheit von außen zu erhoffen (erbitten?), erkannte schon früh Arnold Gehlen. Also entschied man sich, durch Selbstverleugnung, ohne das Wahre zu erkunden, die Welt durch Asyl, grenzenlose Toleranz, Vergangenheitsbewältigung, alle Art Zahlungen, Deutschland gegenüber „gütig“ einzustimmen.

Doch die Welt „schont“ uns nicht: Die astronomische Staatsverschuldung auf Kosten zukünftiger Generationen zwingt uns selbst das, was die vorherigen Generationen erarbeitet haben, unsere Wirtschaftskraft und Hunderttausende von Wohnungen an das Fremdkapital abzutreten, wir trinken schon Wasser aus vermieteten Anlagen. Die Aufgabe der DM schließt eine eigene Wirtschaftspolitik aus, das Abtreten der Vollmachten an die EU — eine souveräne Politik.

Der NRW-Politiker Prof. Friedhelm Fahrtmann sagte einst in einem Interview: „Zu mir sind Bürger mit Tränen in den Augen gekommen, sie können die Straße, wo sie geboren und aufgewachsen sind, nicht wiedererkennen.“ In Berlin und Hamburg sind die Hälfte der Grundschüler mit „Migrationshintergrund“. Frage: Werden unsere Kinder in 20 bis 30 Jahren noch eine Heimat haben?

Carl Schmitt: „Dadurch, daß ein Volk nicht mehr die Kraft oder den Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet das Volk“.

Selbst das Vorausdenken haben sich Politik und Volk durch Verzicht auf selbständiges Denken abgewöhnt. Schon Schiller wußte, „Verstand ist stets bei wen'gen nur gewesen…“ und ein Arbeiter gab zu: „Denken? Wozu? Für mich denkt das Fernsehen…“. Im Fernsehen dagegen, am „Regime der telekratischen Öffentlichkeit“ erkannte Botho Strauß (s. SPIEGEL 6/1993) „die unblutigste Gewaltherrschaft“ und zugleich den „umfassendsten Totalitarismus der Geschichte. Er braucht keine Köpfe rollen lassen, er macht sie überflüssig.“

Nach dem Krieg vergaben die Sieger „Lizenzmedien“ an ihnen „genehme“ Personen, heute sind unsere Medien (die vierte oder gar die erste Macht im Staat) eine zu 100% (in den USA / Frankreich zu 20–25%) käuflich-verkäufliche Ware (s. SPIEGEL Nr. 19/04), hinter der nicht unbedingt deutsches Kapital steckt. Die Wahrheit kann von der fremdhörigen Presse, wenn „sie ihre Vermittlung an die Welt nicht übernimmt“ (Oswald Spengler) zum „Tode verurteilt“ werden. Sie wird von Falschinformationen „übertüncht“, durch „aktuelle“ Belanglosigkeit abgelenkt. Der Stumpfsinn kann (Bertholt Brecht) „im großen Umfang organisiert … die Vernunft verkrüppelt werden“.

Und der Ersatz der Liebe zum Kind, zum Glück, zur Heimat — Schiller: „Der Weg zum Kopf muß durch das Herz geöffnet werden“. Durch Individualismus und Konsum kann ebenso kein produktives Denken entstehen. Wer nicht herrschen will (kann), wird beherrscht. Dann wird auch nicht gedacht. Denkschulen gibt es, „irgendwo“, nicht bei uns. In ergebener Vasallenpflicht „leihen“ wir uns fremde Denkmuster, verschlimmbessern sie für uns. Die „Aberziehung“ vom nationalen Denken (und Interessen!), begonnen zwangsweise mit der Kriegsniederlage, wurde von den Linken zunehmend aufgegriffen, für sich „umgenutzt“, und die sogenannten Bürgerlichen hinken hintenan. Parteien kämpfen um beste Plätze in einem „Zug“, der in den Abgrund rast, und die große Koalition sorgt dafür, daß dies „glatt“, ohne Zwischenfälle läuft.

Wäre es in der heutigen geistigen Öde nicht ratsam, zu den Schätzen des deutschen Denkens, z.B. auf zwei Aussagen von Kant zurückzugreifen?

Franz Harder


UDH Nr. 82

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