BGD - Bund für Gesamtdeutschland

BGD — Unsere Deutsche Heimat

Nr.82 (3. Quartal 2007)

Auszug


Rückblick auf 16 Jahre Bund für Gesamtdeutschland

Liebe Freunde,
viele sind diese Jahre des Glaubens und Hoffens von Anfang an mitgegangen. Wir sind unserer Gründungsidee und Verpflichtung treu geblieben. Der Lebensuhr folgend wird unsere Gemeinschaft kleiner. Es ist Zeit für einen Rückblick.

Auf den → Albumseiten sind Stationen in Bildern dargestellt:
Bild 1 Warten vor dem Sitzungssaal im Reichstag auf Beginn der Sitzung des Bundeswahlausschusses am 26. Oktober 1990
Beginn der Sitzung verzögerte sich um ca. eine Stunde, in der der Ausschuß entgegen § 10 BWahlG (a. F.) mehrfach und gerade in Fragen von besonderer Bedeutung nicht öffentlich beraten und entschieden hat.
Bild 2 Großer Sitzungssaal des Reichstags, in dem die Presse, die Öffentlichkeit und die Vertreter der Antragsteller Platz gefunden hatten.
Vor Beginn des öffentlichen Teils der Sitzung des Bundeswahlausschusses tagte dieser erstmals geheim im neben dem Sitzungssaal gelegenen Fraktionssaal. Wie man sieht, war der Sitzungssaal halb leer. In dieser Versammlung hat der Bundeswahlleiter den Beisitzern des Ausschusses gemäß § 33 Abs. 2 Bundeswahlordnung (BWahlO) das Ergebnis der Vorprüfung über die Anträge bekanntgegeben. Wir können nur vermuten, daß dabei auch über unseren Bund für Gesamtdeutschland das Urteil gefällt wurde. — Denn, obwohl der BGD zu diesem Zeitpunkt mit ca. 400 Mitgliedern, in elf Landesverbänden organisiert, Unterstützungsunterschriften sammelte und dabei in den Landesverbänden Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen die jeweils erforderlichen 2000 Unterstützungsunterschriften zusammen hatte, wurde der BGD zur Bundestagswahl am 2. Dezember 1990 nicht zugelassen.
Die nach § 33 Abs. 3 BWahlO erforderliche Angabe der Gründe jeder Entscheidung ist nicht einmal in pauschaler Kürze erfolgt. Zum Ergebnis der Vorprüfung konnte ich nicht Stellung nehmen, weil diese geheim geführt wurde und demzufolge mir nicht bekannt war.
Auch das Wahlbündnis zwischen dem «Bund für Gesamtdeutschland» und der Partei «Einheit Jetzt» (die an der letzten Volkskammerwahl der DDR teilgenommen hatte und zu dieser Bundestagswahl zugelassen wurde), wurde nicht zugelassen. Ein Unding, ein Wahlvorschlag eines Bündnisses, in dem ein Partner zugelassen ist, wird insgesamt nicht zugelassen!
Bild 3 DEMO vor der amerikanischen Botschaft in Godesberg
Vor der amerikanischen Botschaft in Godesberg hielt ich mit Freunden fünf Wochen lang diese Mahnwache, bei Tag und Nacht. Anlaß war das Angebot der neuen russischen Führung an die BRD, Ostpreußen zurückzugeben. Im Bewußtsein, daß die BRD-Führung an den Hampelmann-Fäden der Weitherrscher USA hängt, hatten wir vom BGD uns zu dieser Mahnwache entschlossen. Der amerikanische Botschafter fuhr jeden Morgen und Abend an unserer Mahnwache vorbei und sah mich am Tisch mit den brennenden Kerzen sitzen, angehalten hat er jedoch niemals. Wir haben anläßlich dieser DEMO Unterschriften für eine Petition an die US-Regierung gesammelt und diese in der amerikanischen Botschaft dem Ersten Staatssekretär überreicht.
Bild 4 Heinz Sprodowski vor dem Denkmal in Böblingen, Berliner Strasse
Heinz Sprodowski, ein Kämpfer mit Mut und Herzblut, ist bei allen Demonstrationen mit vollstem Einsatz dabei. Mit der Schlesier-Fahne anläßlich des Besuches der englischen Königin zum 50ten Jahrestag des Terrorangriffs auf Dresden. Die Sicherheitskräfte rissen ihn zu Boden und mußten seine Finger brechen, damit er die Schlesierfahne nicht mehr hochhalten konnte. Die «Monarchin» sollte die geschwenkte Schlesierfahne nicht sehen. Hier im Bild in Böblingen am 07.01.97.
Aufruf zur Wiederherstellung des Vertriebenen-Denkmals in Böblingen auf Seite 40 dieser Zeitung. Bitte um zahlreiche Beteiligung!
Bild 5 DEMO vor dem Vertriebenen-Denkmal in Böblingen am 07.01.1997
Heimatvertriebene und Freunde aus vielen Teilen der BRD demonstrierten vor dem Vertriebenen-Denkmal in Böblingen. Wer Flucht und Vertreibung überstanden hatte, konnte sich nicht durch die Kälte dieses Tages in Böblingen, auf der Berliner Straße, von der Teilnahme an der DEMO abhalten lassen.
Bild 6 Demo Widerstand in Bonn vor dem Museum auf 150m² Transparenten
Unser Bund für Gesamtdeutschland demonstrierte und rief zum Widerstand auf jeweils vom 19. bis 21.04.1993 und am 15.06.1993 in Bonn vor dem Museum in unmittelbarer Nähe des Bundestages. Unsere Forderungen: Widerstand gegen die Abschaffung der DM, den Einsatz deutscher Soldaten in Somalia, den Staatsstreich durch Abschaffung des Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetzes von 1913 und Forderung nach Neuwahlen.
Bild 7 BGD-Parteitag in Miltenberg vom 28.02. bis 01.03.1992
Parteitage sind nicht nur vom Gesetzgeber vorgeschriebene Veranstaltungen, sondern gern genutzte Gelegenheiten zum persönlichen Gedankenaustausch zwischen Mitgliedern und Freunden.
Bild 8 Demonstration gegen die Polen-Verträge
Am 17.10.1991 demonstrierten wir vom Bund für Gesamtdeutschland mit Mitgliedern und weit angereisten Freunden in Bonn vor dem U-Bahnschacht zum Museum in unmittelbarer Nähe zum Bundestag. Auf der anderen Seite verlief die «Grenze der Bannmeile». Ein wirksames Mittel, damit Abgeordnete von den auf der DEMO erhobenen Forderungen ferngehalten werden. Es hat ihnen jedoch wenig genutzt. Wir verteilten Flugblätter an die zum Bundestag Anreisenden, sobald ihre Wagen an der Ampel halten mußten. Frau Koschany konnte auch einem Minister ein Flugblatt in den Wagen hereinreichen.
Bild 9 BGD-Demonstration an der schlesischen Grenze
Vom 04.09. bis 05.09.1993 demonstrierten wir Alten am schlesischen Grenzstein. Anlaß war der Tag der Sachsen in Görlitz, einer uralten schlesischen Stadt. Bereits auf einer Anhörung in einer Aula in Chemnitz hat der Bund für Gesamtdeutschland als einziger Vertreter von ca. siebzig sich dafür ausgesprochen, daß Schlesien kein Teil Sachsens werden darf.
Leider können wir alle anderen aufgestellten Transparente im Bild nicht zeigen, weil eine Horde, von wem geschickt konnte nicht geklärt werden, mit Messern unsere Transparente zerschnitten und anschließend zerrissen. Die Erkenntnis, sich nicht wehren zu können, war bitter. Die Polizei kam nach langer Zeit; das Ergebnis ihrer Ermittlungen erhielten wir Wochen später mit «nicht zu ermitteln».
Bild 10 Aufstellen von Plakaten anläßlich der Bundestagswahl 1994
Mein Freund Erich Gerlach half mir, hier im Bild, wie viele andere, bei der Bundestagswahl 1994. Die Forderung «Auch jedem Deutschen seine Heimat» reichte aus, daß von den vierhundert im Wahlkreis Duisburg aufgestellten Plakaten alle, mit wenigen Ausnahmen, bis zum Wahltag zerstört wurden. In der Nacht vor der Wahl hatte ich nochmals 150 Plakate gezimmert, plakatiert und aufgestellt. Auch diese waren bis zur Mittagszeit am Wahltag «verschwunden». Wahlergebnis war, unser BGD erhielt weniger Stimmen als Unterstützungsunterschriften.
Bilder 11 und 12 Demonstrationen in Bonn 1996 auf dem Beethovenplatz
Unsere Demonstrationen wurden alle ordentlich angemeldet. Standorte wurden mit den jeweiligen Ämtern, Polizei usw. einvernehmlich festgelegt. Der Schutz unserer Demonstrationen war bei allen DEMOS durch Polizeikräfte gewährleistet. Uns war bewußt, daß wir beim Thema «Ostdeutschland in Deutsche Verwaltung» mit besonderen «Vorkommnissen» rechnen mußten.
NRW-Landesvorsitzender Lothar Bollwig stellte dankenswerterweise seine Baugerüste zur Verfügung und baute diese auch auf. Dies geschah bei den DEMOS wie auf Bild 11 dargestellt, so auch bei dieser. Wir wollten kein Risiko eingehen und bauten den Demonstrationsstand diesmal als Wagenburg auf. Der Gedanke war, unsere Freunde vor tätlichen Angriffen zu schützen. Und dies war auch gut so. Über den Platz stürmten urplötzlich ca. zehn mit schwarzen Masken Vermummte auf unsere DEMO zu. Ihre Wut konnten sie an den Planken unserer Wagenburg nicht lange austoben, dann griffen die Polizeikräfte zu. Keiner unserer Freunde und Demonstrationsteilnehmer erlitt einen Schaden.

Liebe Freunde,
dies sind bei weitem nicht alle Veranstaltungen und DEMOS, die unser Bund für Gesamtdeutschland in den vergangenen 16 Jahren durchgeführt hat. Eine solche Gesamt-Darstellung könnte nur in einem Buch, jedoch nicht in dem beschränkten Platz von «Unsere Deutsche Heimat» manifestiert werden. Auch ist es in diesem Rahmen nicht möglich, alle Freunde zu benennen, die in diesen eineinhalb Jahrzehnten am Kampf um unser Recht gemäß ihren Kräften halfen, förderten, sich rundherum einsetzten. Auch auf diesem Wege nochmals allen den Dank unseres Bundes für Gesamtdeutschland, genauso wie von allen Vorstandsmitgliedern und mir.

gez. Horst Zaborowski
Bundesvorsitzender und Schriftleiter

Umfrageergebnisse: Anläßlich der BGD-Demo vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe ← mit der Forderung Richterwahl durch das Volk startete der BGD eine Umfrage. Ergebnis der zugesandten Meinungen: 66% sprachen sich für eine Wahl der Richter durch das Volk auf vier Jahre aus.


UDH Nr. 82

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