BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 83  ¦  Oktober – Dezember 2007


Erlebnisbericht über meine Vertreibung

im Mai 1946 aus dem Sudetenland

Mitte Mai 1946 erhielt ich mit meinen Angehörigen durch die Tschechen schriftlich die Aufforderung, daß wir uns am darauffolgenden Tag um 20 Uhr am Bahnhof Mährisch-Schönberg mit maximal 20 kg Gepäck pro Person einzufinden hätten.

Die Wohnung sei in einwandfreiem Zustand zu verlassen und der Wohnungsschlüssel muß an der Außenseite der Tür steckenbleiben. Wir wohnten derzeit in Mährisch-Schönberg in der Dominikanergasse 8, im Sudetenland, Deutsches Reich. Einige Tage zuvor war mein älterer Bruder, der sich einer Verhaftung durch Tschechen entziehen wollte, von den Tschechen erschossen worden.

Die folgende Nacht verbrachten wir schlaflos in einer schmutzigen und mit Wanzen besetzten Halle, zusammen mit einigen hundert Leidensgenossen auf dem Boden kauernd. Bevor wir am nächsten Morgen in bereitstehende Viehwaggons gepfercht wurden, mußten wir eine Sperre passieren, wo unser Gepäck kontrolliert wurde. Bei dieser Kontrolle wurden uns die besten Wäsche- und Kleidungsstücke sowie zwei Sparbücher der Stadtsparkasse Mährisch-Schönberg über insgesamt 4800,00 RM entwendet.

Die Fahrt im Viehwaggon dauerte zwei Tage und führte über Prag nach Bayrisch-Eisenstein. Beim nächtlichen Aufenthalt auf dem Bahnhof Prag wurden die Vertriebenen in den Waggons mit Steinen beworfen und bedroht. Erst nach überschreiten der Grenze zu Bayrisch-Eisenstein konnten wir erleichtert aufatmen. Damit war endlich die Bedrohung von Leib und Leben durch die Tschechen zu Ende.

In Bayrisch-Eisenstein angekommen, wurden wir nach drei Tagen erstmals notdürftig durch das Deutsche Rote Kreuz verpflegt und die Kranken versorgt. Anschließend wurden alle Vertriebenen in ein Barackenlager bei Sterbfritz in Hessen verbracht, wo wir ca. sechs Wochen verblieben, bevor wir auf einzelne Orte verteilt wurden. Zusammen mit meinen Angehörigen kam ich nach Steinau, Krs.Schlüchtern. Von da an war es uns erstmals möglich, in dem zerbombten, von den Siegermächten besetzten und ausgeplünderten Deutschen Reich, eine bescheidene Existenz aufzubauen und die Hungerjahre bis zur Gründung der OMF-BRD 1948 zu überleben. Der Wahrheit entsprechend niedergeschrieben.


Schreiben an die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland

Hans Aufgebauer
Schillerstraße 3
79664 Wehr

Wehr, den 12.09.2007

Sehr verehrte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel,
durch meine weiterreichende Einbindung als Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland in die Europäische Union bin ich in meinem Menschenrecht und meiner Menschenwürde verletzt, weil mein Wille nicht respektiert wird.

Ich fordere Sie auf, über den Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zu dem geplanten Grundlagenvertrag der Europäischen Union in der Bundesrepublik Deutschland eine Volksabstimmung durchführen zu lassen.

Begründung:

Ich bin am 25.12.1928 mit meiner Menschenwürde in Mährisch — Schönberg, Sudetenland, geboren. Aus meiner Heimat wurde ich unter Außerachtlassung jedwedes Menschenrechtes und jeglicher Menschenwürde vertrieben.

Den Aufbau des Staates Bundesrepublik Deutschland habe ich mein Leben lang gefördert, mit meiner Arbeitskraft und den gezahlten Steuern.

Die Einordnung meiner Lebensleistung beim Aufbau der Bundesrepublik Deutschland in einen Grundlagenvertrag der Europäischen Union verletzt mich in meinem Menschenrecht und meiner Menschenwürde. Erneut soll über meine Lebensbedingungen in entscheidenden Fragen von Menschen außerhalb meiner Heimat gegen meinen Willen entschieden werden.

Für mich bedeutet dies eine erneute Vertreibung!

Ich sehe keinen Unterschied mehr zwischen einer Diktatur und einer Demokratie, wenn die den Staat führenden Politiker anders handeln, als sie vor den Wahlen versprachen.

Hochachtungsvoll
gez. Hans Aufgebauer

UDH Nr. 83

Sprung zur Indexseite Sprung zur Seitenübersicht