BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 86  ¦  Juli – September 2008



Sehr geehrter Herr Zaborowski,
im Herbst 2007 habe ich endlich einen Verlag gefunden, der bezahlbar war und großes Interesse zeigte, mein Manuskript als Buch herauszubringen. Es ist nun seit kurzer Zeit auf dem Markt und wurde auf der Leipziger Buchmesse im März 08 vorgestellt. In dem Werk erzähle ich meine Nachkriegskindheit, die ich in Franken verbrachte. Es ist mir ein Anliegen, diese Erinnerungen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Weil es in der Zeit mit dem Motto: „60 Jahre nach Kriegsende“ nun sehr gut paßt und ich eine breite Masse von Leser-Innen darauf aufmerksam machen möchte, bitte ich Sie, eine kleine Hinweisanzeige in Ihrer nächsten Ausgabe von „Unsere Deutsche Heimat“ abzudrucken.

Eckdaten: „Kindheit am Aalbach-Ufer“, Waltraud Curs, ISBN 978-38316-1349-6, 150 Seiten, ¤ 13,80, Verlag Literareon, München.
Bestelltelefon: 089-307796-93 Frau Zimmermann / Cheflektorin
Buchbesprechung:

Kindheit am Aalbach-Ufer

Landleben als Nachkriegsspaß

Ein seltsames Büchlein… Waltraud Curs, damals fünf Jahre alt, schildert auf etwa sechs Seiten den Aufbruch, das heißt die Vertreibung aus Schlesien — soweit sich ein so junges Kind an Einzelheiten erinnern kann. Was dann folgt, ist eine Schilderung der Verhältnisse, in denen ihre Familie — glücklicherweise wohlbehalten — in Franken Zuflucht und Unterkunft fand. Ein „gut ausgegangenes Vertriebenenschicksal“, möchte man meinen. Sogar der Papa, der zum Militär eingezogen worden war, kehrte schließlich zu seiner Familie zurück und konnte Gesundheit und Arbeitskraft wiedergewinnen.

Man lebte auf dem Lande im Deutschland der Nachkriegszeit zusammen mit anderen Flüchtlingsströmen natürlich unter beengten Verhältnissen. Waltraud schildert vieles im Detail. Es gab große Entbehrungen, aber auch manche Hilfen. Die Rezensentin — 15 Jahre älter als die Autorin und aus einem Dorf in der Zobtener Gegend stammend — fühlt sich bei manchen Erinnerungen der Autorin an eigene Erfahrungen erinnert. Auf dem Lande — Schlesien war ein Agrarland, das große Teile Deutschlands miternährte — ging es auch vor dem Krieg meist recht bescheiden und für Kinder „aus gutem Hause“ mitunter abstoßend zu. Ich erinnere mich an den Kriegshilfsdienst auf dem Lande, zu dem wir Oberschülerinnen schon im ersten Kriegsjahr einberufen wurden — zur Kartoffelernte. Zu Mittag aß die ganze Familie (ohne Teller!) aus einer Schüssel, was ich ekelhaft fand — zumal der alte Opa sabberte…. Ansonsten wurde ich gut behandelt.

Waltraud beschäftigt sich allerdings mehr mit dem anderen Ende des Ernährungsvorganges. Ihre ausführlichen Schilderungen wirken abstoßend. Man gewinnt den Eindruck, daß ihr die primitiven Verhältnisse als kriegsbedingt vorkommen. Dabei ging es vor dem Kriege und in noch früheren Zeiten auf dem Lande überall recht bescheiden und unbequem zu. Spülklosetts gab es nicht, und der Weg zum Örtchen war oft ziemlich weit…

Sie habe trotz allen Entbehrungen und Unbequemlichkeiten eine schöne Jugend gehabt, meint die Autorin. Wie angenehm für sie! Und wir Älteren — was ist mit uns? Durchlebten wir doch das Kriegsende und alles, was bis heute daraus folgte, mit vollen Sinnen und vollem Verstand. Eigentlich ist Frau Curs zu bedauern, daß sie keine Gelegenheit hatte, ihr wunderschönes Heimatland Schlesien bewußt kennenzulernen. Von Trauer oder Heimweh ist in ihrem Buch daher nichts zu spüren. Das blieb uns Älteren überlassen…. Ich hatte eine Freundin, die hielt es nur ein paar Jahre in Niedersachsen aus. Dann tötete sie sich selbst.

Erdmuthe Idris-Schimmel

UDH Nr. 86

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