BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 86  ¦  Juli – September 2008


Eine Reise nach Schlesien 2008

Wie jedem Jahr fuhren wir auch heuer über Pfingsten nach Landeshut in Niederschlesien, die Pfälzer-Freunde und zwei Schlesier. Die ganze Reise stand wieder unter dem Motto: „Von Hand zu Hand“. Wir brachten wieder humanitäre Hilfe für unsere Landsleute nach Schlesien, die diese bitter nötig haben, obwohl es äußerlich nicht erkennbar ist. Zwar fuhren wir getrennt, aber wir trafen uns wie immer bei unserer Traudel.

Diesmal war es aber ganz anders, An der Oder-Neiße-Linie angekommen, traute ich meinen Augen nicht, wußte es zwar, konnte es aber nicht glauben: Die Grenzkontrollen waren komplett weggefallen. Das Schengener Abkommen greift auch an der Ostgrenze der BRD. Es standen zwar vereinzelt Dienstfahrzeuge der Bundespolizei am Grenzübergang Ludwigsdorf, sie kontrollierten aber nur polnische Kfz mit Anhängern und aufgeladenen Autos.

Durch diese Grenze zu fahren fiel mir aber noch immer schwer, und ich machte langsam, weil die Angst immer noch drin steckt. Nun war ich im polnisch besetzten Schlesien ohne Kontrollen. Ich bin also von der Pfalz bis nach Landeshut ohne Paßkontrolle gefahren, allein das war schon ein Erlebnis für sich. Diese öffnet aber auch in anderer Richtung dem Verbrechen Tür und Tor.

Nun kam ich aber weiterhin nicht aus dem Staunen heraus. Unsere Straßen waren, wie sagt man so schön, glatt wie ein Kinderpopo. Ich glitt im wahrsten Sinne des Wortes über sie hinweg. Auch unsere Häuser waren zum größtenteils wieder in Ordnung. Bau- und Supermärkte allerorts, aber nur die bekannten Marktführer aus der Bundesrepublik Deutschland und aus Frankreich.

Was ist die Ursache für diese äußerlich scheinende Ordnung in Schlesien?

Die Antwort fand ich bald, überall Tafeln, die auf Zuschüsse (Gesamtfinanzierung) von EU-Europa hinwiesen. Aber komischerweise war die polnische Fahne, auf diesen Tafeln immer vorne dran. Die Polen haben es schon wieder geschafft, sich auf Kosten anderer zu bereichern. Das haben sie ja im Blut und in den Jahrhunderten gelernt. Raubsicherungspolitik vom Feinsten, auf Kosten des Westens und, dieser glaubt noch den polnischen Bekundungen zu Frieden, und Freiheit der Völker.

Wo aber bleiben denn wir? Europa hat sich so schnell nach Osten ausgedehnt, daß der Westen auf der Strecke geblieben ist. Polen muß mächtige Verbündete in Brüssel haben. Sie konnten ja leider nur der EU beitreten, wie gerne wären sie der USA als Bundesstaat beigetreten. Auch in Hinblick darauf, daß sie nun Siegermacht im Irak sind. Ein treuer Vasall von US-Präsident Bush. Kaum war die UdSSR aus Polen abgezogen, standen sie hilflos da und suchten Verbündete, die haben sie auch in Brüssel gefunden, und nun beginnt das Aussaugen der EU auf Kosten anderer — original polnische Politik seit dem 19. Jahrhundert.

Vereinzelt sieht man auch die schwarz-rot-goldene Fahne, so wie ich in Liegnitz gesehen habe. Liegnitz, eine altehrwürdige Piastenstadt, erstrahlt wie eine Perle. So muß sie ungefähr vor dem Kriege ausgesehen haben. Europa zahlt. Die Preise und die Lebenshaltungskosten sind auf Westniveau angekommen, nur Dienstleistungen und vereinzelte Waren sind noch preisgünstiger als in West- und Mitteldeutschland.

Die deutschen Friedhöfe, die ich gesehen habe, sind aber im gleichen Zustand wie eh und je. Auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Jauer erzündete ich wieder eine Kerze für die Gefallenen des 1. Weltkrieges. Nun noch eine traurige Mitteilung: Die letzte in Jauer lebende Deutsche verstarb 85jährig am 1. April diesen Jahres.

Fazit der Reise:
Polen hat seine Raubsicherungspolitik mit Hilfe von EU-Europa ausgebaut und verfestigt. Wir Heimatvertriebenen können uns aber nicht mit dieser Politik anfreunden. Alle großen Reiche sind an innerer Instabilität und Unzufriedenheit ihrer Bewohner zugrunde gegangen. Die Geschichte der Menschheit lehrt uns dieses. Die EU wird immer größer und größer, nun wird auch schon über den Betritt eines Landes im vorderen Orient laut nachgedacht. Aber am Freitag den 13. Juni haben die Iren der EU einen großen Dämpfer verpaßt. Der Vertrag von Lissabon (die versteckte Verfassung der EU) wurde gestoppt, und es wird schon wieder schöngeredet in Berlin und Brüssel. Besonders von den Gutmenschen, die die demokratische Abstimmung der Iren nicht akzeptieren wollen und schon wieder von einer neuen Abstimmung reden. Seien wir auf Seite der Opposition in Irland, die diese strikt ablehnt. Vielleicht ist dies der Anfang vom Ende, denken wir an die steigende Rezession in den USA, den steigenden Ölpreis, Klimawandel, die steigenden Kosten im Gesundheitswesen, die Kostenexplosion auf dem Lebensmittelmarkt und vieles mehr.

Wolfgang Maikranz

Auf den nächsten Seiten eine Schilderung des Lebens der in der Heimat Schlesien Verbliebenen 1945/1946


UDH Nr. 86

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