BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 85  ¦  April – Juni 2008

 

Tibet

China schickt sich an, die olympischen Wettkämpfe der Welt auszurichten. Daher sind auf internationaler Ebene solche Themen wie Produktpiraterie, Exportüberschüsse oder gar Menschenrechtsverletzungen an die Adresse von China nicht sehr beliebt. Wenn nun zum jetzigen Zeitpunkt noch das schon länger schwelende Problem mit der Unabhängigkeit des tibetischen Volksteiles hochgespielt wird, reagiert das volksreichste Land der Erde äußerst gereizt.

Hintergrund:

Um diesen Konflikt zu verstehen, muß man schon weit in die Geschichte zurückgehen. Bereits im 7. Jahrhundert übernahmen die Tibeter den Buddhismus, wo er alsbald zum Lamaismus entartete. Das heißt die Verbindungen von weltlicher und religiöser Macht. Durch die Mongolenkaiser war Tibet seit dem 13. Jahrhundert ständig unter der bestimmenden Macht China und endgültig unter der Oberhoheit Chinas seit 1720. Im Jahre 1904 schickte England eine Expedition nach Tibet und öffnete so für den Handel und hauptsächlich für das Einschleusen von Opium nach China Tor und Türen. Seit 1949 ist allerdings Tibet dabei, jede Bindung an China zu lösen. Als Vertreter dieses Bestrebens reist der Dalai Lama unermüdlich umher und antichambriert (Duden: in Vorzimmern katzbuckeln und dienern) bei den unterschiedlichsten Regierungen dieser Welt. Er sucht Verbündete für seine abenteuerliche Pläne.

Ist die Unabhängigkeit für Tibet gerechtfertigt?

  1. Geographisch ist Tibet das am stärksten herausgehobene Land der Erde. Ziemlich abgeschlossen durch Himalaja, Karakorum und das Kun-Lun-Gebirge. Auch nicht gerade ein Land, wo Milch und Honig fließen: Erosionsgefüllte Becken, öde Pfannen mit zahlreichen Salzseen und Salzsümpfen durchsetzt sowie von wüstenähnlichen unfruchtbaren Landstrichen durchzogen. Dieses weitgehend unbebaute Hochland wäre schon von der geographischen Lage her für eine Unabhängigkeit nicht geeignet. Vermutlich wäre die eigene Ernährung nicht sichergestellt.
  2. Bevölkerungspolitisch gesehen hat Tibet nie mehr als drei Millionen Einwohner gehabt. Zur Zeit leben 2,7 Millionen Einwohner in Tibet und etwa 300.000 im Ausland im Exil. Problematisch also auch von der Personenzahl her. Zum Vergleich: Tibet ist etwa dreimal so groß wie die BRD, aber pro km² mit nur zwei Menschen bevölkert. Autonomie ist von daher schon illusorisch.
  3. Auch politisch könnte dieses Land kaum längere Zeit überleben. Es wäre über lange Zeit von westlicher Entwicklungshilfe abhängig. Durch seine isolierte Lage, ohne Industrie und nennenswerte Handwerke müßte man sich auf die karge Landwirtschaft verlassen.
  4. Religiöse Gründe? Ursprünglich war die Führung der Gesellschaft auf den Dalai Lama als das weltliche Oberhaupt in Lhasa und auf den Tascha Lama als den religiösen Führer in Taschilhunpo aufgeteilt. Heute jedoch läßt sich der Dalai Lama überall als das geistige und religiöse Oberhaupt feiern. So kann man auch das Nobelkomitee täuschen. Zudem muß dieses unterentwickelte Land noch 20% seiner Einwohner — nämlich die buddhistischen Mönche — ernähren. Auch dieser Umstand belastet eher das Bruttosozialprodukt.
  5. Völkerrechtlich gehört Tibet seit 1720 als Protektorat zu China. Heute gilt Tibet als autonome Region Chinas. Dieser für Tibet günstige Status wird sich auch in Zukunft nicht ändern!

Schlußfolgerung

Es gibt keinen vernünftigen Grund, weshalb mit Tibet ein neuer zusätzlicher Staat entstehen sollte. Die Menschen dort würden in neue, womöglich westliche Abhängigkeit geraten, die dieses verzweifelte Volk noch unglücklicher machen würde!

Siegfried Neubacher

Die ganze Welt ein großes Haifischbecken?

Diese Welt gleicht einem Haifischbecken. Nur kann ich nicht beurteilen, ob die Haifische zu solch hinterhältigen Manövern fähig sind wie die Staatsoberhäupter dieser Welt. Die wahren Gründe, warum diese „Weltenlenker“ so und nicht anders handeln, verbergen sie geschickt hinter Religion und Moral. Zum Tagesgeschehen: Die letzte Supermacht möchte die ganze Welt beherrschen. Dem stehen zwei Staaten entgegen: Rußland mit seiner Herrschaft über die größte zusammenhängende Landfläche eines Staates; China mit der größten Anzahl Menschen in seinen Staatsgrenzen.

Die tapferen Ausrotter der Indianer in den USA suchen nun bei der Ausdehnung ihrer Macht auf die ganze Welt Verbündete. Das tibetische Hochland ist ein strategischer Punkt auf dieser Erde, von dem aus auf Rußland wie auf China eingewirkt werden kann. In geschichtlichen Zeiten wären solche strategische Punkte ohne Zugang zu Land oder zu Wasser nicht zu halten. In heutiger Zeit mit den großen Luftkapazitäten wird alles versucht. Denken wir nur an unseren tapferen Verteidigungsminister – wie selbstverständlich er Truppen in Afghanistan stationiert. Aus Stalingrad konnten von der Luft aus Soldaten nicht heimgeholt werden!

Und aus Afghanistan? Bundeskanzlerin wie Verteidigungsminister sitzen sicher in Berlin!

Horst Zaborowski
5.5.2008

300 × 202, Hochland von Tibet Höher aufgelöste Karten:
  1. Tibet-Karte topograpisch; 800 × 540; 977 kB
  2. Tibet-Karte topograpisch; 1500 × 1012; 3,2 MB
  3. Satellitenbild von WikiMapia

UDH Nr. 85

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