BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Wir Senioren

Ja, gäb' es keine Senioren,
wär' aller Wohlstand schnell verloren.

Ob Kaufhaus, Bäcker, Konditorei:
An den Senioren kommt keiner vorbei!

Kein Enkelkind würde je geboren,
gäb' es nicht vorher die Senioren.
Zwar sind sie nur noch halb gesund
und leiden an Gedächtnisschwund.
Trotzdem lebt sich's nicht unbequem,
als Rentner lebt man angenehm.
Das ganze Leben war nicht leicht,
bis man dies Alter hat erreicht!
Man sah manch' schwere Jahre ziehn,
man hörte viele Melodien.
Macht euch das Dasein jetzt nicht schwer,
denn die Senioren, die sind doch wer!

Dass die nicht zu entbehren sind,
das weiß inzwischen jedes Kind.
Die Seniorenheime, bitte sehr,
wo kämen die Bewohner her?
Wer füllt die Räume dort, wer immer?
Es gäbe doch nur leere Zimmer!
Jedoch Senioren, bleibt steht's helle,
vererbet nichts so auf die Schnelle!
Sie können jeder Zeit beweisen,
Sie sind noch längst kein altes Eisen.
In diesem Sinne, wie dem auch sei:
An den Senioren kommt keiner vorbei!

Dieser Beitrag wurde uns vom Rentner-Archiv Helmut Usche, Vor der Seelhorst 94c in 30519 Hannover, freundlicherweise zur Verfügung gestellt.


Replik zu „An den Senioren kommt keiner vorbei“

Liebe Freunde,
das Gedicht auf Seite 26 wurde von mir ausgewählt, um uns allen, die wir im täglichen Leben hin und wieder, ob offen oder versteckt, mit unserem Alter konfrontiert werden — und dies nicht immer mit der uns zustehenden Achtung — eine Unterstützung zu unserem vorhandenen Selbstbewußtsein zu geben.

Die letzte Zeile des Gedichtes: „An den Senioren kommt keiner vorbei!“ ist keine Kampfansage an die unserer Erfahrungsgeneration Nachfolgenden. Uns ist bewußt, daß die erwerbstätigen Generationen auch nur unter großen Schwierigkeiten ihr Leben gestalten können. Ebenso leiden wir mit, wenn wir sehen und hören müssen wie in der Jugend, der Generation unserer Enkel, die Zukunftsaussichten im Beruf und im allgemeinen nicht zu Leistungen anspornen. Leider sind auch bei allzu vielen Tugenden, wie wir diese in unserer Jugendzeit gelebt haben, verloren gegangen.

Der natürliche Verbund zwischen Großeltern und Enkeln ist noch nicht ganz zerrissen. Diese Zusammengehörigkeit ist Verpflichtung für uns, die uns verbliebene Kraft, gepaart mit unserer Lebenserfahrung, in die Waagschale zu werfen. Dies geschieht sicherlich in persönlichen Gesprächen, dort wo der Familienverbund noch vorhanden ist. Leider ist durch den Propagandakrieg der Alliierten ein Keil zwischen die Generationen unseres deutschen Volkes getrieben worden.

Dazu kommt eine Überschätzung der eigenen Leistung bei leider allzu vielen aus den nachfolgenden Generationen. Insbesondere die so bezeichnete Ellbogen-Gesellschaft setzt Marken einer Kälte- und Gewaltwelle.

Mit Zurückhaltung und Nächstenliebe alleine werden diese Probleme nicht zu lösen sein. Die Theorie: „das weiche Wasser bricht den Stein“ läßt sich im allgemeinen nicht auf menschliche Handlungen übertragen.

Es ist leider so, wo Einsicht und Bereitschaft fehlen, beginnt das Spiel der Kräfte. Und Masse ist in der Demokratie gleich Macht und gleich Kraft.

Wir werden uns wehren müssen, damit nicht der Hauch einer Minderheit in diesem unserem Staat das ganze vor die Wand fährt, was wir in Jahrzehnten an Aufbauleistung geschaffen haben. Und wir sind mit unseren über zwanzig Millionen Rentner-Wählern eine Masse.

Eine Masse schöpft ihre Kraft nicht aus der Masse an und für sich, sondern durch Einheit und Bewegung der Masse in eine Richtung. Und diese Richtung kann nur durch ein Zeichen ausgelöst werden, dem alle, oder zumindest die überwiegende Mehrheit, zustimmen können.

Wir vom BGD sind mit unseren Freunden eine kleine Gruppe in der Masse von 20 Millionen Rentnern. Das natürliche Anliegen aller Rentner ist die Hoffnung, daß sie ihre Renten bis zu ihrem Lebensende auch erhalten. Dazu kommt noch der Wunsch, daß der Verlust an realer Kaufkraft möglichst gering ausfällt bzw. die Einbußen wegen der Preissteigerungsraten durch entsprechende Rentenerhöhungen aufgefangen werden.

Vor dieser gewaltigen Aufgabe, die heutzutage und gegenwärtigen Überlebensnotwendigkeiten für 20 Millionen Rentner abzusichern, können die berechtigten Forderungen, die aus der Vertreibung resultieren, die von unserem BGD seit 16 Jahren vertreten und auch weiterhin vertreten werden, in dieser Kraft der 20 Millionen Rentner nur eingebracht werden, wenn wir an dieser Aufgabe mitwirken.

Und wie bei allem Prioritäten gesetzt werden müssen, so auch bei der oben dargelegten Aufgabe.

Für uns vom BGD heißt dies, immer an unser besonderes Anliegen zu denken. Bei der sich entwickelnden Bewegung der Masse an der Gestaltung der Richtung dieser Masse mitzuwirken.

Wenn sich die Gelegenheit ergeben sollte, daß sich eine Masse bildet und wir unsere Kraft dort mit einbringen wollen, so hoffe ich, daß ich weiterhin Eure Unterstützung behalte.

Horst Zaborowski

UDH Nr. 85

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