BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 91  ¦  Oktober – Dezember 2009


Es gibt Opfer von Terror und Gewalt, derer nicht gedacht wird:
Sie haben keine Lobby

Zu meiner Person: Jahrgang 1921, 6 Jahre in Ostpommern im Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend. Davon die meiste Zeit als Lagerführerin, bis zum bitteren Ende.

Über unsere Arbeit will ich hier nicht schreiben. Aber über Kameradinnen, die nicht lebend zurückkamen zu ihren Eltern.

Im Verlaufe des Krieges mußten wir Maiden abstellen für den Kriegshilfsdienst (Straßenbahn, Fabrik, Lazarett u.a.). Gefährlich wurde dann der Einsatz bei den Scheinwerfern, wo wir der Wehrmacht unterstellt wurden. An der Waffe mußte niemand seinen Dienst versehen. — Diese Mädel taten wie ein Soldat ihre Pflicht. Leider sind sie nicht alle wieder nach Hause gekommen. Bis heute werden diese unschuldigen Opfer nicht erwähnt, die bei Bombenangriffen, durch Überfall der Russen auf Maiden, die aus dem Osten heim wollten, oder wie im geschilderten Fall von einer Augenzeugin durch Tiefflieger.

Mit großem Aufwand fand ich eine Zeitzeugin in Hilders (Rhön). Sie war die Dritte, die damals aus dem Scheinwerfereinsatz in Köln und zu Fuß auf dem Weg heimwärts waren. Kurz vor Hilders im Wald von Dippach sind sie dann von Tieffliegern beschossen worden. Zwei, nämlich die Genannten, waren sofort tot, aber die dritte, Maria Winheim, geb. Trabert, wurde durch einen Schuß in den Oberschenkel verwundet. Sie durfte sich nicht mehr um ihre toten Kameradinnen kümmern, ein Farbiger trieb sie mit der Waffe vor sich her. Sie blutete stark und mußte im Dorf Lebach die Arme hochheben und wurde so durch Labach geführt. Ein notdürftiger Verband wurde ihr angelegt, und auf der Kühlerhaube eines Geländewagens wurde sie in ein entferntes deutsches Krankenhaus gebracht.

Um die zwei getöteten Maiden konnte sich niemand kümmern, weil die Amerikaner generelles Ausgehverbot verhängten, die Leichen wurden nach 14 Tagen von Feldarbeitern entdeckt und auf einem Bauerngespann zum Friedhof von Hilders gefahren. Leichenwagen standen nicht zur Verfügung. Beide wurden dort bestattet.

Ingeborg Baus geb. Boy,
bis 1939 in Stettin, heute Frankfurt / Main


UDH Nr. 91

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