BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 92  ¦  Januar – April 2010


Chronik der deutschen Geschichte

von Friedrich Kurreck

Vorwort

Bevor über das Zeitgeschehen seit 1871 zu berichten ist, sollte kurz noch darüber berichtet werden, wie es zur Entstehung des Zweiten Deutschen Reiches gekommen ist.

Am 19. Juli 1870 erklärte Napoleon III., Kaiser der Franzosen, dem deutschen Land Preußen den Krieg. Dem Kaiser der Franzosen paßte es nicht, daß die Spanier mit einem Hohen­zollern­prinzen lieb­äugelten und ausgerechnet diesen zu ihrem König küren wollten. Diesen kaiserlichen Unwillen ließ er durch seinen Botschafter in Berlin dem preußischen Minister­präsidenten Bismarck kund und zu wissen tun. Bismarck aber verbat sich, was unter souveränen Staaten eine Selbst­verständlich­keit war, diese französische Einmischung in preußische Angelegen­heiten. So begann dann das unnötige, große französisch-deutsche Blut­vergießen. Und das wegen einer Lappalie.

Da das angestrebte französisch-österreichische Bündnis nicht rechtzeitig zustande kam, traten die süddeutschen Staaten, deren Bewohner die französische Reitpeitsche oft genug zu spüren bekommen haben, sofort auf die Seite Preußens. Nach vernichtenden Schlägen an allen Fronten kapitulierte die französische Armee schließlich am 2. September 1870 nach der für sie verloren gegangenen Schlacht bei Sedan. Mit ihr geriet auch Napoleon III. in Gefangen­schaft. Nach Ausrufung der französischen Republik und der damit verbundenen Ex-Inthronisierung Napoleons III. rückten die Armeen der im Kampf gegen Frankreich vereinigten deutschen Länder auf Paris vor und schlossen es am 15. September 1870 ein.

Am 18. Januar 1871 wurde dann im Spiegelsaal von Versailles das „Zweite Deutsche Reich“ aus der Taufe gehoben. Ein Treppenwitz der Geschichte ist, daß aus­gerechnet Frankreich den Deutschen zu dem schon vom „deutschen“ Dichter Hoffmann von Fallersleben geforderten „Reich der Deutschen“ verhalf. In dem „Frankfurter Frieden“ vom 10. Mai 1871 kam der Kriegstreiber Frankreich im Vergleich zu den den Ersten Weltkrieg nicht angezettelt habenden Deutschen im „Versailler Diktat“, recht glimpflich davon. Es mußte ein Bußgeld in Höhe von nur fünf Milliarden Francs entrichten und die „Deutschen Reichslande“ Elsaß-Lothringen, deren Bewohner überwiegend Deutsche waren, wieder an das Deutsche Reich zurückgeben.

Anhand von Zitaten soll nun die Geschichte der Deutschen von 1871 bis 1945 in chrono­logischer Reihenfolge dargestellt werden. Damit liegt eine Broschüre vor, mit deren Hilfe der Leser sich in kürzester Zeit einen Überblick über die wahren Ursachen der Ereignisse des XX. Jahrhunderts verschaffen und feststellen kann, wie hinterlistig er von den öffentlichen Meinungs­machern (der stets kritischen Presse) samt seinen Politikern hinters Licht geführt wurde und immer noch wird. Wie es belogen und betrogen wird von Politikern, die vor der Übernahme ihrer Ämter geschworen haben, ihre ganze Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen, seinen Nutzen zu mehren, Schaden von ihm zu wenden, ihre Pflichten gewissenhaft zu erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann zu üben. Nach der Übernahme ihrer Ämter haben sie dann ihren Schwur schnell vergessen und handeln fortan nicht zum Wohle des deutschen Volkes, sondern zu ihrem eigenen Wohl und betreiben, Gott sei es geklagt, eine Politik im Sinne der Interessen der Siegerstaaten, was dann zu der Finanz­katastrophe führte, die zu beheben, sie dem Volk Wasser und Brot verordnen, selbst aber ungebremst weiterhin Sekt trinken und Kaviar schlürfen. Außerdem sind sie in der Deutschen Geschichte, die nicht erst mit dem 30. Januar 1933 beginnt, nicht vertraut, wenn sie sich auch brüsten, die deutsch-polnische Geschichte bestens zu kennen, wie seinerzeit der „Wende­kanzler“ Helmut Kohl.

Beginnen wir mit einem Zitat in der Londoner „Daily News“ vom

8. September 1870:

Die Deutschen haben das Recht, ihre eigenen Bedingungen zu stellen. Sie wollen nur im Frieden leben und von den neidischen Nachbarn weder belästigt noch geteilt werden. Frankreich hat sich ständig in die deutschen Angelegen­heiten gemischt.“

(E. Maier-Dorn: „Zu v. Weizsäckers Ansprache vom 8. Mai 1985“)

Das Zweite Deutsche Reich

Benjamin Disraeli sagte am 9.2.1871 für die konservative Opposition im britischen Unterhaus:

(Georg Franz-Willing: „Der Zweite Weltkrieg, Ursachen und Anlaß“, Leoni 1979, S.15)

10. Mai 1871:

Nachdem der von Frankreich am 19. Juli 1870 an Preußen erklärte Krieg, dem sich dann auch die süddeutschen Staaten angeschlossen hatten, mit der Kapitulation von Paris am 28.1.1871 für Frankreich verloren ging, wird der „Friede von Frankfurt am Main“ geschlossen. In dem Vertrag wird die Rück­gliederung Elsaß-Lothríngens an Deutschland (90% deutsche Bevölkerung) festgelegt und einige Grenz­korrekturen zugunsten Frankreichs vorgenommen. Im Artikel II, Absatz 2 des Friedens­vertrages heißt es zum Schutze der betroffenen Bevölkerung: „Kein Bewohner der abgetretenen Gebiete darf wegen seiner politischen oder militärischen Handlungen während des Krieges in seiner Person oder seinen Gütern verfolgt, beunruhigt oder verhaftet werden.“

(Lepsius, Bartholdy, Thimme: „Die große Politik der Europäischen Kabinette 1871-1914“, Berlin 1922, S. 39)

1871:

Die Deutsche Reichsregierung läßt eine Option in Elsaß-Lothringen durchführen. Dabei bekennen sich von der gesamten Bevölkerung von etwa 1 500 000 Wählern nur 39 560 zu Frankreich. Das sind knapp 2,7% der Bevölkerung.

(Hans Bernhardt: „Deutschland im Kreuzfeuer großer Mächte“, Preuß. Oldendorf 1988, 1. Aufl. S.9)

18. Januar 1874:

Am dritten Jahrestag der Gründung des „Zweiten Deutschen Reiches“ gibt Papst Pius IX. vor einer Versammlung von internationalen Pilgern im Vatikan seiner Abneigung gegenüber dem protestantischen deutschen Kaiserreich Ausdruck, indem er u.a. sagt: „Bismarck ist die Schlange im Paradiese der Menschheit. Durch diese Schlange wird das deutsche Volk verführt, mehr sein zu wollen, als Gott selbst, und dieser Selbst­über­hebung wird eine Erniedrigung folgen wie sie noch kein Volk hat kosten müssen…“

(Alfred Rosenberg: „Der Mythos des 20. Jahrhunderts“, München 1934, S.470f.)

15. Dezember 1879:

Der deutsche Historiker Prof. Heinrich von Treitschke, Berlin, veröffentlicht in den „Preußischen Jahrbüchern“ Artikel über das deutsche Judentum. In seinem Beitrag finden wir u.a.:

(Heinrich von Treitschke: „Ein Wort über unser Judentum“, Berlin 1880, Seiten 7,8 und 16)

13. August 1887:

England erläßt ein Marken­schutz­gesetz (Merchandise Marks Act), nach dem alle aus Deutschland importierten Waren die Aufschrift „Made in Germany“ tragen müssen. Diese Kenn­zeichnung, mit der man sich gegen den fremden Wettbewerb zu schützen versuchte, verwandelte sich bald zu einem Empfehlung­szeichen deutscher Qualitäts­waren auf dem Weltmarkt.

(Hans Bernhardt: „Deutschland im Kreuzfeuer großer Mächte“, K.W. Schütz Verlag, 1988, 1. Aufl.S.10)

1889:

Das französische Freimauer­blatt „Bulletin Maçonnique de la Grand Loge Symbolique Eccossaise“ schreibt zum Regierungs­antritt des deutschen Kaisers, Wilhelm II.:

(Dr. Conrad Rooster: „Der Lügenkreis um die deutsche Kriegsschuld“, Offenbach am Main, 1976, S. 18)

Im Frühjahr 1891 erklärte der französische General Marquis de Galiffer dem preußischen General Freiherr von Loe:

(„Große Politik VII“, aaO. Nr. 1495)

1892:

Zar Alexander III. sagt zum russischen Außenminister Graf Lamsdorff:

(Brandt-Meyer-Just: „Handbuch der Deutschen Geschichte“, Band 1-5, Konstanz 1957, Band IV, 1.Teil, S.20)

Februar 1894:

Der deutsche Botschafter in Rom, Bernhard von Bülow, gab die Äußerungen des italienischen Botschafters in Paris, Reßmann, über die Stimmung in Frankreich im Februar 1894 wieder:

(„Große Politik VII“, aaO. Nr. 1456)

24. August 1895:

Die englische Wochen­zeitschrift „Saturday Review“ bringt einen Aufsatz unter dem Titel „Our true foreign policy“ („Unsere richtige Außen­politik“) in dem es u.a. heißt:

(Hans Grimm: „Leben in Erwartung, Meine Jugend“, 1972, S.104f.)

25. Oktober 1895:

„Kaiser Wilhelm II. pflegt mit seinem Vetter, dem jungen russischen Zaren Nikolaus II. nach dem Tode von dessen Vater Alexander III. eine rege Korrespondenz, in der er ihn unter anderem auch zu bewegen versucht, die vom Vater über­nommenen Bindungen zu Frankreich aufzugeben.“ Aus seinem heutigen Brief einige Sätze über die Presse:

(Maurice Paléologue: „Wilhelm II. und Nikolaus II.“, Bern, 1947, S. 13f.)

Anfang 1896:

Bernhard von Bülow berichtet über ein Gespräch des französischen Minister­präsidenten Léon Bourgeois (1895-1896) mit dem italienischen General­direktor Bodio:

(„Große Politik XI“, aaO, Nr.2816)

3. Januar 1896:

Den von den Engländern vergeblich geführten „Jameson-Einfall“ in den afrikanischen Burenstaat Transvaal wegen dort bekannt gewordener Gold­vorkommen nimmt der Deutsche Kaiser zum Anlaß, dem Staats­präsidenten von Transvaal, Paul Krüger („Ohm Krüger“) ein Glückwunsch­telegramm zu senden, das vom Vorstand der Kolonial­abteilung im Auswärtigen Amt, dem Geheimrat Kaiser, entworfen worden war. Diese in die Geschichte eingegangene sogenannte „Krüger-Depesche“ lautet:

(Ein Faksimile des Originals vom Auswärtigen Amt befindet sich bei: Paul Oswald: „So fing es an“, Baden-Baden,1957, S.144)

1.Februar 1896:

Sir Peter Chalmers Mitchell, Zoologe, Magister der Philosophie, Dozent, Redakteur für Biologie bei der „Encyclopaedia Britannica“ (11. Aufl.) und wissen­schaftlicher Korres­pondent für „The Times“, veröffentlicht in der Londoner „The Saturday Review“ bemerkens­werte politische Gedanken unter dem wissen­schaftlichen Titel: „A Biological View of Our Foreign Policy“ („Eine biologische Betrachtung unserer Außen­politik“). Darin heißt es u.a.:

(P. Chalmers Mitchell: „Evolution and the War“, London, 1915 , Seiten XXI — XXIII)

1. Februar 1896:

Benjamin Disraeli im britischen Unterhaus:

(Franz-Willing: „Zweiter Weltkrieg“ aaO. S. 20f.)

11. September 1897:

Und noch einmal Benjamin Disraeli:

(Franz-Willing: „Zweiter Weltkrieg“, aaO., Seite 20f.)

11. September 1897:

Die Londoner Wochen­zeitschrift „Saturday Review“ schreibt in einem Aufsatz u.a.:

(Hans Grimm: „Leben in Erwartung, meine Jugend“, S. 178)

November 1897:

Kaiser Wilhelm II. sagt in seiner Thronrede:

(Hellmut Diwald: „Geschichte der Deutschen“, S. 262)

28. Juli 1898:

Der deutsche Reichskanzler von Bülow schreibt in einer Dienst­anweisung an das Auswärtige Amt:

(Sven Hedin: „Amerika im Kampf der Kontinente“, Leipzig 1942, S.11)

29. Dezember 1898:

Der französische Außen­minister Théophile Delcassé sagt zu Maurice Paléologue (späterer französischer Botschafter in Petersburg, 1914-1918) u.a.:

(Maurice Paléologue: « Un grand tournant de la politique mondiale 1904-1906 », Paris, 1934, S. 13)

Oktober 1899:

Die seit 1896 von den Briten in die Enge getriebenen Buren des Transvaals und des Oranje-Freistaates erklären England den Krieg. Die weltweite Empörung darüber, daß rund 80 000 Menschen die Freiheit genommen werden soll, wird auch von Deutschland geteilt. Diese deutsche Parteinahme für die Buren führt schließlich in England zu größerem Argwohn gegen das Deutsche Reich.

(Hans Grimm:„ Von der verkannten Wirklichkeit“)

 

Zeitraum 1. Januar 1900 bis 31. Juli 1914

9. Januar 1900:

Senator Beveridge vor dem US-Kongreß:

(Franz-Willing: „Zweiter Weltkrieg“ aaO, S.181)

13. August 1900:

Theodor Herzl, Begründer der zionist­ischen Bewegung, sagt auf dem 4. Zionisten­kongreß:

(Emil Maier-Dorn: „Alleinkriegsschuld?“, S. 18)

29. Mai 1901:

Memorandum des britischen Premier­ministers Robert Cecil Salisbury über die englisch-deutschen Beziehungen:

(„Konferenzen und Verträge“ (Vertrags-Ploetz), Teil II, 3. Band: Neuere Zeit, 1492-1914, 2. Aufl., Würzburg 1958; S. 477f)

9. November 1901:

Im Memorandum des britischen stell­vertretenden Unterstaats­sekretärs im Foreign Office Francis L.Bertie heißt es hinsichtlich der Bündnis­angebote Deutschlands:

(„Vertrags-Ploetz II, 3“, aaO, S. 478f.)

6. März 1903:

Aus dem Telegramm des serbischen Gesandten in Petersburg, Kosutitsch, an das serbische Außen­ministerium: „…; der Zar hat die Empfindung, daß der Zusammen­stoß mit dem Germanen­tum in der Zukunft unaus­weichbar sei und daß man sich für denselben vor­bereiten müsse.

(„Deutschland schuldig?“, aaO, S. 115)

1905:

Der Führer der britischen Liberalen, Sir Edward Grey, in einer Rede:

(Michael Freund: „Deutsche Geschichte“, München, 1979; S. 855)

1905:

Der russische Außenminister Graf Lamsdorff gegenüber Zuvorin, dem Chef­redakteur der „Novoje Vremja“:

(Hölzle: „Selbstentmachtung“, aaO, S. 140)

31. Januar 1906:

Der britische Außenminister Sir Edward Grey an den britischen Botschafter in Paris:

(Arthur Ponsonby: „Absichtliche Lügen in Kriegszeiten“, Seeheim, 1967, S.46)

20. Februar 1906;

Aus Anlaß der Marokko­krise schrieb derselbe Sir Edward Grey:

(„Die britischen amtlichen Dokumente über den Ursprung des Weltkrieges 1898-1914“, Band I-XI, Berlin, 1926-1933, Band III, S.429f)

Juni 1906:

Der britische Außenminister Sir Edward Grey sagt vor dem britischen Unterhaus:

(„Die Große Politik der Europäischen Kabinette 1871-1914“, Bd.1-39, Berlin1922-1927; XXIII, 1, S. 28f)

14. November 1906:

Der deutsche Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow sagt in seiner Rede vor dem Deutschen Reichstag u.a.:

(Hellmut Diwald: „Geschichte der Deutschen“, S. 266)

22. November 1906:

Aus dem Brief des englischen Außenministers Grey an den französischen Botschafter in London, Cambon:

(„Vertrags-Ploetz“ II, 3 aaO, Seite 440f)

1. Januar 1907:

Der britische Unterstaats­sekretär im Foreign Office, Sir Eyre Crowe, erstellt sein berühmtes Memorandum. Im folgenden werden die wichtigsten Passagen und Gedanken­gänge Crowes wiedergegeben:

(„Vertrags-Ploetz“ II, 3, aaO S. 479f)

1908:

Der deutsche Botschafter in London, Graf Paul Wolff-Metternich, schreibt an Reichskanzler von Bülow u.a.: „…Wir sind entschlossen, eine starke Flotte zu besitzen, und müssen uns daher auch die Folgen klarmachen…“

(Hellmut Diwald: „Geschichte der Deutschen“, S. 264)

18. Februar 1909:

Der serbische Gesandte in Petersburg, Kosutitsch, telegraphiert an das serbische Außen­ministerium in bezug auf die Krise nach der Annexion Bosniens und der Herzegowina durch Österreich-Ungarn:

(„Deutschland schuldig?“, aaO, S. 112)

25. Februar 1909:

Der serbische Gesandte in Petersburg, Kosutitsch, an das Belgrader Außen­ministerium:

(„Deutschland schuldig?“, aaO, S. 114)

26. März 1909:

Charles Harding, Ständiger Unterstaats­sekretär im britischen Foreign Office, sagte:

(Erwin Hölzle: „Die Selbstentmachtung Europas“, Göttingen 1975; S. 159)

1909:

Der englische Außenminister Edward Grey meint:

(Hellmut Diwald: „Geschichte der Deutschen“, S. 264)

1909:

General Louis Botha, Premier­minister von Transvaal (1907) und der Süd­afrikanischen Union (1910-1919), besucht nach der „Reichskonferenz“ in London seinen befreundeten Pastor Dr. Schowalter in Bad Kissingen, dem er seine in London gewonnene Überzeugung mitteilt: „Deutschland kann einem Krieg mit England nicht entgehen, gleichviel, was es auch tut.“

(Emil Maier-Dorn: „Alleinkriegsschuld, Unkenntnis oder Feigheit?“, S. 7)

Oktober 1910:

Sir Eyre Crowe in einer vertraulichen Denkschrift:

(„Deutschland schuldig?“, aaO, S. 156)

März 1913:

Sergej Sasonow berichtet dem Zaren:

(Ponsonby: „Lügen“, aaO, S. 51)

1913:

Der belgische Gesandte in Paris, Baron Guillaume, über die damals eingeführte dreijährige Militär­dienst­zeit in Frankreich:

(Hans Draeger: „Anklage und Widerlegung — Taschenbuch zur Kriegsschuldfrage“, Berlin, ohne Jahresangabe etwa 1928, S. 42)

1913:

In Elsaß-Lothringen, das Frankreich zurück­erobern will, leben zur Zeit: 89,5 % Deutsche.

Im Elsaß:

1 136 056 Deutsche

56 634 Franzosen

In Lothringen:

439 066 Deutsche

146 940 Franzosen.

(Udo Walendy: „Wahrheit für Deutschland“, S. 22)

Neujahr 1914:

Die russische Militärzeitung „Rasejedschik“ schreibt:

(„Der Weltkrieg 1914-1918“, Bearb. im Reichsarchiv. „Die militärischen Operationen zu Lande“, 2. Band: Die Befreiung Ostpreußens“, Berlin, 1925, S. 17)

1. Januar 1914:

Lloyd George im „Daily Chronicle“:

(„Rudolf Heß — Reden“, Franz Eher Verlag, München, 1938, S. 115)

13. Januar 1914:

Der russische Außenminister Sasonow sagte auf der geheimen russischen Minister­rats­sitzung anläßlich der Liman-von-Sanders-Krise: „Herr Declassé (der französische Botschafter, d.Verf.) hat dem (russischen, d. Verf.) Minister im Namen des französischen Außen­ministers versichert, daß Frankreich so weit gehen würde, wie Rußland es wünscht.

(Draeger: „Anklage“ aaO, S. 43)

Januar 1914:

Aus dem Bericht des russischen Außen­ministers Sasonow an Zar Nikolaus II.:

(„Russische Dokumente I“, 1, aaO, S.49f)

19. Februar 1914:

Aus einem Brief des russischen Außen­ministers Sasonow an den russischen Botschafter in London, Benckendorff:

(„Russische Dokumente I“, aaO, S. 274)

12. März 1914:

Aus einer Erklärung in der Petersburger Börsen­zeitung „Birschewija Wjedomosti“:

(„Deutschland schuldig?“, aaO, S. 182)

13. März 1914:

Der britische Botschafter in Petersburg, George Buchanan, an Außenminister Grey:

(Erwin Hölzle: Selbstentmachtung Europas“, aaO, S. 299f)

16. März 1914:

Aus einem Bericht des deutschen Botschafters in Petersburg, Friedrich von Pourtalès, an den Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg:

(„Deutschland schuldig?“, aaO, S. 185)

18. März 1914:

Der britische Botschafter in Petersburg, George Buchanan, berichtet seinem Außenminister:

(Erwin Hölzle: „Die Selbstentmachtung Europas“, S. 299)

18.März 1914:

„Der britische Botschafter in Petersburg, George Buchanan, schreibt an den Unterstaats­sekretär Nicolson:

(Erwin Hölzle: „Die Selbstentmachtung Europas“, aaO, S. 299f)

28. Juni 1914:

Das österreichisch-ungarische Thronfolger-Paar, Erzherzog Franz Ferdinand und Gemahlin, wird in Sarajewo, der Hauptstadt Bosniens, von einem serbischen Attentäter ermordet.

29. Juni 1914:

Erstmals nach 19 Jahren hatte England als Zeichen gebesserter Beziehungen ein britisches Linienschiffs­geschwader zur „Kieler Woche“ gesandt. Nach Bekannt­werden des Mordes von Sarajewo verlassen die Schiffe, die auf der Kieler Reede lagen, die Kieler Bucht. Vom aus­laufenden Admirals­schiff kommt durch Funkspruch und Flaggen­signal der Gruß des englischen Admirals Sir George Warrender: „Wir waren Freunde und werden immer Freunde bleiben.“

(Hans Grimm: „Die Thomas-Mann-Schrift“, S. 38)

Juli 1914:

Während des Verlaufs der Juli-Krise machte keine der beteiligten Mächte den ernsthaften Versuch, das drohende Unheil abzuwenden. Für französische Revanche-Politiker war der Mord von Sarajewo (28.06.1914) der Hebel, um nach der Niederlage des durch Napoleon angezettelten preußisch-französischen Krieges (1870/1871), in den Krieg gegen Deutschland einzusteigen.

Juli 1914:

Die russische Großfürstin Anastasia sagt:

(Freund: „Geschichte“, aaO, S. 904)

Juli 1914:

Sir Winston Churchill schrieb in seinem Werk „Weltkrisis 1911-1914“ über die Situation im Juli 1914:

(Winston Churchill: „Weltkrisis 1911-1914“, Leipzig 1924; Bd. I, S. 146)

Juli 1914:

Der britische Unterstaats­sekretär Arthur Nicolson vermerkt: „Rußland ist eine furchtbare Macht, und es wird noch weiter erstarken. Wir wollen hoffen, daß unsere Beziehungen zu ihm freundlich bleiben werden.“

(Bernard Huldermann: „Albert Ballin“, Oldenburg 1922, S. )

18. Juli 1914:

Der englische Diplomat Lord Granville berichtet dem englischen Außenminister Grey über das russische Aufrüstungs­programm:

(„Britische Dokumente — XI“, aaO, S. 89)

24. Juli 1914:

Der französische Botschafter in London, Paul Cambon, berichtet seinem Außenminister Bienvenu-Martin:

(„Documents français XI“, aaO, S. 13)

24. Juli 1914:

Der französische Botschafter in Petersburg Palèologue, an den französischen Außen­minister Bienvenu-Martin:

(„Documents diplomatiques français 1870-1914“, 1-3, Série, Paris 1929f. ; XI, 20f)

25. Juli 1914:

Der russische Botschafter in London, Graf Benckendorff, telegraphiert dem russischen Außen­minister Sasonow u.a.:

(Hugo Wellems: „Von Versailles bis Potsdam 1871-1945“, S.36)

25. Juli 1914:

Aus dem Telegramm des englischen Botschafters in Petersburg, Georg Buchanan, an Außenminister Grey:

(Erwin Hölzle: „Selbstentmachtung“, aaO, S. 326)

25. Juli 1914:

Der französische Botschafter in Petersburg, Paléologue, schrieb in sein Tagebuch: „Das sieht schon sehr nach Mobilisierung aus. Wir tauschen rasch unsere Eindrücke aus und schließen in gleicher Weise: Diesmal gibt's Krieg.

(Erwin Hölzle: „Die Selbstentmachtung Europas“, aaO, S. 32)

28. Juli 1914:

Österreich-Ungarn erklärt Serbien den Krieg mit der aus­drücklichen Feststellung, daß es keine Gebiets­erweiterung auf Kosten Serbiens beabsichtige.

(Hans Bernhardt: „Deutschland im Kreuzfeuer großer Mächte“, Preußisch Oldendorf, 1988, S. 16)

28. Juli 1914:

Der britische Unterstaats­sekretär Arthur Nicolson, in einem Telegramm an den britischen Botschafter in Petersburg, Buchanan:

(„Britische Dokumente, Band XI, I“, aaO, S. 248f)

29. Juli 1914:

Aus der Denkschrift des deutschen General­stabes auf dem Höhepunkt der Juli-Krise:

(„Die Deutschen Dokumente zum Kriegsausbruch 1914“ hrsg. von K. Kautsky, Graf Montgelas und W. Schücking, Berlin 1910, Nr. 349)

31. Juli 1914:

Der britische Unterstaats­sekretär Sir Eyre Crowe schrieb in einem Memorandum für Außenminister Lord Grey:

(Ponsonby: „Lügen“, aaO, S. 48)

1. August 1914:

Nachdem Frankreich die allgemeine Mobil­machung angeordnet hat, erfolgten Kriegs­erklärungen des Deutschen Reiches (das sich eingekreist sah, d.Verf.) und der Befehl zur allgemeinen Mobil­machung in Deutschland.

(Hans Bernhardt. „Deutschland im Kreuzfeuer großer Mächte“, Preuß. Oldendorf, 1988, S. 16)

1. August 1914:

Der russische Botschafter Graf Benckendorff sagt zum britischen Außenminister Grey:

(Erwin Hölzle: „Die Selbstentmachtung Europas“, aaO, S. 357)




Friedrich Kurreck


UDH Nr. 92

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