BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 94/95  ¦  September – Dezember 2010


Zeugnisse der Geschichte des mittelosteuropäischen Raumes:

Von den zahlreichen frühen Zeugnissen der Geschichte dieses Raumes betrachtet, ist Polen eine spätgermanische Staatsgründung. Die Ostsee war ein germanisches Binnenmeer, und seit dem Jahre 1000 v.Chr. wurde in neun germanischen Einzelvorstößen Mitteleuropa germanisches Siedlungsland. — Die Schwester des polnischen Königs Misesko I. hieß Adelheid; seine 3 Töchter Geira, Astrid und Gunhild heirateten bedeutsame nordische Männer. — Bei Miseskos Sohn, Boleslaw I. (nordisch Burislaf) sind bei drei seiner vier Frauen nordische Namen nachzuweisen: Thyra, Emnilda und Oda. Boleslaws Tochter hieß Reglindis. — Auch den polnischen Wissenschaftlern ist keineswegs neu, daß das alte polnische Reich sein Entstehen germanischen Volksstämmen verdankt. Bis ins 14. Jahrhundert hinein hieß die Weichsel „Wandalischer Fluß“.

Als Boleslaw II. sein Reich aufteilte, erhielt Ladislaus (Wladislaw) II. Schlesien und als Senior zusätzlich das westliche Kleinpolen und Krakau. Nach seiner Vertreibung und seinem Tod wurde seinen Söhnen 1163, auf Eingreifen Barbarossas hin, Schlesien übertragen. So entstand neben dem polnischen der schlesische Piastenstamm. — Kasimir II. hob 1177 das Senioratsprinzip auf, und dies bedeutete die Verwaltung Polens in eine Vielfalt selbständiger Fürstentümer. Papst Alexander III. bestätigte dies 1181. — Nach dem Tode Miseskos III. gehörte Schlesien nicht mehr zum polnischen Staatsverband, und als Herzog Heinrich II. von Liegnitz sich 1241 bei Wahlstatt den Mongolen entgegenstellte, tat er dies als unabhängiger Herzog von Schlesien. — Die Heilige Hedwig war eine bayerische Prinzessin. Der letzte Hochmeister des Ritterordens war Schwiegervater des polnischen Königs.

Auf die zahlreichen nach deutschem Recht gegründeten und hauptsächlich von deutschen Bürgern bewohnten Städte und Gebrauch der deutschen Sprache möchte ich hier ebenfalls hinweisen! Die zwischen Elbe und Weichsel gegründeten Orte führten von Anfang an deutsche Ortsnamen. Die Ortsgründer, sofern sie nicht Nachkommen der zwischen Elbe und Weichsel ansässig gewesenen germanischen Stämme waren, kamen aus niederdeutschen und hochdeutschen Sprachgebieten des westelbischen Raumes. Mit den „Potemkinschen Slawendörfern“ versuchten (und versuchen!) Slawenforscher, das Vordringen slawischer Stämme nachzuweisen!

Und nun die notwendigen Anmerkungen zur Slawentheorie:

Der im frühmittelalterlichen Schrifttum gebrauchte Ausdruck „Sclavinia“ hat mit dem erst im 19. Jahrhundert bei Schlözer und Herder aufgenommenen Begriff „Slawen“ nichts zu tun.— Der Schwabe Schlözer schrieb für viel Geld dem russischen Zaren die russische Geschichte auf, damit ihm alle „Sclavenis“ gehören, obwohl dies in ganz Europa nur ein Begriff für Unfreie war. — („Lewer tot as Slaw !“) — Nirgends findet man die Heimat der Slawen, kein Geschichtsschreiber hat jemals Slawen erwähnt. (Die Existenz der Slawen war „Gotteswort“, als sie von der Kanzel gepredigt wurde !)

Kant warnte vor diesen „wahnwitzigen Vorstellungen“ des Theologen Herder, sogar Karl Marx lehnte diese Lehre ab. Im Mönchslatein bedeutet der Begriff „Sclavi“ = „Heiden“. — Nach dem Ratzeburger Zehntregister aus dem Jahre 1230 bedeutet „Sclavi sunt, nullum beneficium est“, daß die der kirchlichen Autorität noch nicht unterworfenen Ortschaften keinen „Zehnten“ zu zahlen hatten.

Die Päpste nannten die glagolitische Schriftsprache (nach Wolff in „Ostgermanien S.182“: Glagolita-Sprache) sclavina lingual oder sclavia lingua.

In Thietmar von Merseburgs Chronik 37 erscheint sie als sclavonica verba. Sclavina oder sclavia oder sclavonica sind heidnisch und haben keine slawische Bedeutung. Das erkennen wir z.B. auch aus dem Aufruf des Papstes Eugen III. vor dem Wendenfeldzug 1147, wo er von „contra sclavos cetrosque paganos“, d.h. „gegen die sclavi und die anderen Heiden“ spricht. —

Auch aus der Entstehungsgeschichte des „Vater unser“ in den slawischen Sprachen läßt sich ablesen, zu welchem frühesten Zeitpunkt die slawische Sprache entstanden ist.

Das erste “Vaterunser“, das in kyrillischer Schrift geschrieben wurde, stammt aus dem 11. Jahrhundert. (Ein Wortwandel aus dem Heliand, Vers.1600, „Nosse wader … tia rik komma, tia willia schinyot“ ist eher der gotischen Sprache entlehnt. — Entstanden 825/830) Auch die heute als „altpolnisch“ bezeichnete Sprache war noch sehr mit deutschen Wurzeln erkennbar. Von der polnischen Sprache selbst schreibt der polnische Emigrant Czeslaw Milosz (Geschichte der polnischen Literatur, Köln 1981/S.10/15), daß der älteste polnische Satz „eine Notiz“ sei, „die sich im 13. Jahrhundert in das Inventarbuch eines Klosters verirrte und daß bis zur Renaissance Latein und Deutsch die polnischen Schriftsprachen waren.“

Der jüdische Khasare Hans Kohn verwendete (1956) den “Kunstbegriff Slawen“ für alle heidnischen ostelbischen-ostsaalischen, germanischen und damit meist wandalischen (wie auch keltischen und illyrischen) Frühdeutschen und alle unter die von der „Glagolica/Kyrilla“ erfaßten Völkerschaften.

Wohlgemerkt: Der den Urkunden und der Geschichte widersprechende Begriff „Slawen“ kam erst nach Schlözer, Herder und Bandtke auf. (Hans Kohn, „Die Slawen und der Westen“, Seite 7).

Nachbetrachtung :

Kopernikus (Copernicus), Begründer neuzeitlicher Himmelskunde, geb. 1473 in Thorn, gestorben 1543 in Frauenburg. Im Schlosse Heilsberg arbeitete er seine neuen astronomischen Erkenntnisse aus. Kopernikus sprach und schrieb nur deutsch und lateinisch. Veit Stoß, 1450 — 1533, arbeitete in Nürnberg und Krakau. Überlieferte Briefe an seine Mutter gibt es nur in deutscher Sprache. — Aus Nikolaus Kopernikus, der kein Wort polnisch sprach, machte Polen Mikolaj Kopernik, aus Veit Stoß wurde der Pole Wit Stowsz. Soll (sogar unter Mithilfe der Heimatvertriebenen!?) nach einem erzwungenen völkerrechtswidrigen territorialen „Verzicht“ nun auch jahrhundertealtes deutsches Kulturschaffen verleugnet oder gar ausgelöscht werden? Dies würde nicht ausschließen, daß die aus den deutschen Ostgebieten stammenden Dichter, Denker, Erfinder usw. (einschließlich Gerhart Hauptmann und Andreas Gryphius usw.!) dereinst auch als „Große Polen“ vorgeführt werden. — Letztlich ließe sich dann auch glaubhaft machen, daß die deutschen Ortsnamen ebenfalls „slawisch-polnischen Ursprungs“ sind!

„Nur Gerechtigkeit schafft Frieden!“

(Wahlspruch des Papstes Pius XIII.)

Die jüngste Periode der Eisenzeit, die sogenannte La-Tène-Zeit, leitet bereits hinüber zur ältesten geschichtlichen Periode der schlesischen Geschichte. Den Römern verdanken wir die ersten geschichtlichen Nachrichten über Schlesien. Gräber- und Münzenfunde, Waffen, Tongefäße, Geräte und Schmuck verschiedener Art ergaben den Nachweis über die Vergangenheit der schlesischen Urbevölkerung, und zwar der suevischen Lugier, der Lyger. Zu ihnen gehörten wohl auch die von Ptolemäus aufgeführten Silinger, von deren Stammbezeichnung sicher der Name Schlesien abgeleitet ist.

Nun habe ich mich wieder „aufgespult“, was eigentlich nicht mehr sein soll und darf, aber was tut man nicht alles als heimattreuer Schlesier … auch wenn es schon recht schwer fällt und selbst meine schon altersschwache Schreibmaschine immer wieder streikt!


Vorschau: Danzig, Königsberg, Tetschen, Breslau, Stettin

UDH Nr. 94/95

Sprung zur Indexseite Sprung zur Seitenübersicht