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Freistaat Schlesien

Wiedersehen


Schlesien in drei Tagen

von W. Maikranz

nach dem Beitritt des Vertreiberstaates Polen zur westlichen Wertegemeinschaft EU,

Nach zwei Jahren konnte ich nun wieder die Heimat, jenseits von Oder und Neiße und Schlesien besuchen. Durch die Euroeinführung ist ja im teilvereinigten Deutschland alles teurer geworden, besonders das Benzin, dank Herrn Tritt-in: tanken für die Rente und rauchen für die Gesundheit.

Der erste Eindruck an der Oder-Neiße-Linie in Ludwigsdorf, welche mich noch immer wieder mit Unbehagen überfällt, war dieser; keine Zollkontrolle, nur eine kurze Ausweiskontrolle, und schon waren wir im polnisch verwalteten deutschen Schlesien. Die Fahrt ging weiter über Bunzlau, Lauban, Greiffenberg, Hirschberg an der Schneekoppe bis in den Großraum Landeshut. Das besondere an dieser Fahrt in die Heimat war, daß diesmal Freunde aus der Pfalz mitgefahren sind, die schon einmal kurz in Schlesien waren, aber nun noch mehr von meiner Heimat sehen wollten.
Die Reise war auch heuer ein Hilfsgütertransport, weil unsere Landsleute immer noch, obwohl in der EU, Not leiden. Es gibt zwar alles zu kaufen, aber umgerechnet mit ca. 200 Euro im Monat Rente lassen sich gar keine Sprünge mehr machen, besonders wenn die Menschen alt und krank geworden sind. Doch dazu später.

Die Fahrt, auf z. T. gut ausgebauten Straßen, hat ja schon Brüssel bezahlt, ging zügig weiter. Die Landschaft hat sich, wie auch die Bauernhöfe und die anderen deutschen Liegenschaften, seit 1945 nicht verändert. Nur der Verfall der Gebäude ist sehr stark zu bemerken. Hier und da ist ein deutsches Haus innen renoviert, aber der Großteil steht fast so da wie wir es 1945-1947 verlassen mußten. Ich frage mich, wie Polen Touristen in ihr Land bringen wollen, wenn sie diese erst einmal zunächst durch dieses heruntergekommene und verfallene Land transportieren. Der ortsfremde Besucher merkt es nicht auf den ersten Blick, wenn historische Fassaden gemacht sind aber dahinter schaut er bei der Durchfahrt nicht bricht, wenn Stützholzbohlen stehen. Dieses ist nicht nur die Meinung eines Schlesiers, der seit Jahren regelmäßig in die Heimat fährt, sondern auch die Meinung der unbedarften mitgereisten Pfälzer.

Das Wiedersehen nach fast 2 Jahren auf einem kleinen deutschen Bauernhof war verständlicherweise groß und mit sehr vielen Gefühlen verbunden. Die Strapazen der Reise fielen wie Schuppen von uns, und wir genossen den ersten Abend in der Heimat mit Wohlgefallen und Dankbarkeit. Die Hilfsgüter wurden am nächsten Tag ausgeladen und waren sehr schnell an bedürftige Deutsche weitergegeben. Es war alles dabei, vom Kochtopf bis hin zur Kinderbekleidung, von Unterwäsche bis zur warmen Weste für den Winter. Und das alles 59 Jahre nach Kriegsende mit Flucht und Vertreibung. Was hat dieser Sozialismus, Kommunismus und der polnische Chauvinismus nur in unserem deutschen Schlesien angerichtet? Siehe hierzu besonders die Vertreibungsdekrete der polnischen Regierung, die bis heute aufrechterhalten werden, obwohl es die Menschenrechte und die Vereinbarungen des internationalen Völkerrechts gibt. Das EU Land Polen hält widerrechtlich die Vertreibung aufrecht.

Fortsetzung folgt

→ Schlesien in 3 Tagen (2004)

Der Heimkehrer

Ab September 1945 sind die Polen in unsere schlesische Heimat eingesickert. In der darauffolgenden Zeit kam ein Heimkehrer aus der Gefangenschaft zurück. Es war Matzke, Reinhold, ein Vater von fünf Kindern, wohnhaft in Deuben-Hammer, Kr. Trebnitz in Schlesien. So groß die Freude des Wiedersehens in der Familie war, so groß war der Schrecken, der darauf folgte. Der gefürchtete Wüterich unter der Miliz Frank, holte ihn bereits am nächsten Tag ab und führte den Ahnungslosen zur Miliz, wo er ihn an die Mauer stellte. Ein Deutscher, der auf dem Hofe Holz machen mußte, hörte noch seine erstaunte Frage: „Ihr werdet mich doch nicht etwa erschießen?“ Frank hat ihn ohne Verhör und ohne Urteil einfach umgelegt. Solcher unglaublichen Willkür waren wir ausgesetzt. Dieser Frank hat sich später im Suff dann selbst erschossen.

Christa Arendt

UDH Nr. 64


 

In der BGD-Zeitung, Unsere Deutsche Heimat, Nr. 63, Seite 26, [] bezog ich mich auf die Angaben aus dem Artikel von Frau Thoma.

Im Anhang seines Schreibens vom 22.02.03 an den BGD führte Herr Jeschioro unter anderem aus:

„Davon ausgehend, daß in einem auf der Grundlage geltenden Völkerrechts vereinten Europa, in dem die Vertreibung der Deutschen rückgängig gemacht, die Verluste entschädigt wurden und somit die völkerrechtlich gültigen Vorkriegs- und Verwaltungsgrenzen hergestellt sind, spielt die Frage der Grenzen keine Rolle mehr. Wer möchte das bestreiten? Nicht mehr und nicht weniger war der Inhalt meiner Aussage.“

Diese Aussagen bereinigen nicht die Tatsache, daß der Zentralrat der vertriebenen Deutschen von seiner Gründungsaufgabe, alle Organisationen der Heimatvertriebenen zu vereinen und diese dann als „Sprecher“ zu vertreten, abgewichen ist. Diese Ausführungen von Herrn Jeschioro verstoßen, wie bereits in Nr. 63 BGD-Zeitung ausgeführt [], gegen die Satzung des Zentralrates (§ 3 XI „Er erstrebt die Wiederherstellung der deutschen Verwaltung in den Ostgebieten des Deutschen Reiches in seinen völkerrechtlichen Grenzen auf friedlichem Weg.“). § 3 XI beschreibt die Wiederherstellung des Deutschen Reiches und nicht einer EU. Ein vereintes Europa vorauszusetzen, in dem das Völkerrecht gilt, ist bis heute Illusion. Die EU teilte uns klar und deutlich mit, daß das Völkerrecht für die EU nicht verbindlich ist.

Sollte ich Rundschreiben, dem Reportagen von Journalisten beigelegt sind, verschicken, werde ich unwahren Ausführungen darin im gleichen Rundschreiben widersprechen.

Horst Zaborowski

UDH Nr. 64


Hilfsgütertransport nach Königstein und Bad Schandau / Sachsen

Der Hotel- und Gaststättenverband hatte in der Südpfalz zu Sachspenden für Königstein in Sachsen aufgerufen. Über den Rundfunk und in den Schulen wurde dieser Aufruf verbreitet. Es wurden in Edenkoben, Neustadt, Herxheim und Pirmasens Depots eingerichtet, die dank der großen Hilfsbereitschaft der Bevölkerung schnell gefüllt waren.

Am Montag, dem 26. August, wurden insgesamt 6 Lkw mit Hilfsgütern, angefangen von Bekleidung über Werkzeug und ganzen Wohnungseinrichtungen, in Marsch gesetzt. Die Fahrt ging über Dresden nach Pirna. Dort erfuhren wir, daß die Lager in Königstein voll waren, deshalb wurde alles mit großer Mühe in einem Zentrallager in Pirna abgeladen.

Am frühen Abend konnten sich nun die Fahrer unter sachkundiger Führung des örtlichen Hilfspersonals des ASB ein Bild von den Zerstörungen in Bad Schandau und in Königstein machen. In Bad Schandau war der höchste Pegelstand der Elbe mit über 12 m. Die Innenstadt sieht zum Teil aus wie nach einem Bombenangriff, die Scheiben sind aus den Fenstern, z.T. sind ganze Häuser nicht mehr da. Von Betroffenen wurde uns erzählt, daß das Wasser bis zur 2ten Etage gestanden hat und die Menschen mit Schlauchbooten aus den Häusern gerettet wurden. Der örtliche Bäcker hat bis zum Eintreffen der Flutwelle gebacken, und die Brote aus dem Fenster heraus verkauft, weil der Verkaufsraum schon zerstört war. Die Stromversorgung ist ausgefallen und konnte am 25.08. erst wieder hergestellt werden. Bad Schandau ist auch telefonisch nicht zu erreichen. Die Helfer arbeiteten mit der Bevölkerung rund um die Uhr, ob es nun Aufräumungsarbeiten waren oder die Rettung von Menschenleben. Ein ganz besonderes Lob sprachen die Betroffenen der Bundeswehr und dem THW aus. Es wurde berichtet, daß Säuglinge keine Nahrung mehr hatten, weil die Mütter durch den Schock keine Milch mehr gaben. Es wurde etwas frische Milch in einem Krankenhaus organisiert, aber nun kam das nächste Problem, wie die Milch erwärmen, es gab ja keinen Strom und auch kein Benzin zur Betreibung der Aggregate. Trotzdem wurde mit primitivsten Mitteln die Milch erwärmt und den Säuglingen gegeben.

Die Kraft des Wassers war so stark, daß z. B. ein Baumstamm vorne zum Haus rein ist und hinten wieder heraus kam. Um es noch deutlicher zu sagen: Das Wasser hatte eine Kraft, als ob ein 20t LkW gegen eine Betonmauer fährt. Die Heizungen dürfen z. Zt. nicht benutzt werden, bis die Brenner ausgetauscht sind. Nach dem Abfluß des Wassers wurden als erstes die Inhalte der Kühlschränke und der Kühltruhen auf die Straße geschafft und wurden sofort, dank der Bundeswehr, abtransportiert. Ganze Wohnungseinrichtungen wurden auf die Straße geworfen, weil sie nicht mehr zu retten waren. Die Zerstörungen wurden langsam sichtbar, und die Menschen helfen sich in ungeahnter Solidarität. Der örtliche Bundestagsabgeordnete der CDU erklärte uns, mit welcher Geschwindigkeit und Heftigkeit das Wasser kam und meinte, es liegt an der Fließgeschwindigkeit der Flüsse, die von den Flußbegradigungen kommen. „1 Tropfen Wasser benötigte vor langer Zeit ca. 5 Tage von den Bergen bis ins Tal, heute benötigt 1 Tropfen Wasser 5 Stunden bis ins Tal - durch die Kanalisierung und die Begradigung der Bäche zur Elbe“.

Ebenfalls wurden von uns Lebensmittel und Konserven verteilt, es kam zu erschütternden Szenen, Menschen gingen weinend mit einigen Hilfsgütern in ihre schon freigegebenen Wohnungen. Eine Frau war schon vor der Flutwelle in Urlaub, als sie wiederkam, stand sie vor ihrem zerstörten Haus, es war nichts mehr da, nur ein Trümmerhaufen. Wir haben Zeltstädte und Gemeinschaftsunterkünfte gesehen, in denen die Menschen nach getaner Arbeit in ihren zerstörten Häusern und Wohnungen vom THW versorgt und betreut wurden. Die Betroffenen dürfen ja noch nicht zurück. Eine Hotelfrau, die ihr Hotel mit ihrem Mann innerhalb von 10 Jahren aufgebaut hatte und in 1 Stunde alles verloren hat, mit einer Million DM Schulden und 500.00 DM Zinsen, sagte uns: „Wir Sachsen bauen alles wieder auf und fangen von vorne an“.

Die Hilfe ist angekommen, die Verarbeitung der Katastrophe beginnt erst langsam. Das Wasser hat den Krieg diesmal nicht gewonnen. Helfen wir weiter, daß die Menschen in den Hochwassergebieten sich nicht im Stich gelassen fühlen und weiterhin wissen, daß wir ein Volk sind.

Wolfgang Maikranz

 


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