BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 67  ¦  Januar – März 2004


Vor 65 Jahren — März 1939 —

Memelland wurde befreit.

Am 23. März 1939 erlangte das Memelland seine Freiheit wieder, die es 1919 durch das Versailler Diktat verloren hatte.

Das Memelland (2.830 km²) wurde im Versailler Vertrag 1919 ohne Befragung der Bevölkerung an die Entente-Mächte abgetreten. Im April 1919 erhoben 98% der Einwohner des Kreises Heydekrug und 78% des Kreises Memel bei der Entente Protest gegen eine geplante Angliederung an Litauen. Die Verwaltung war am 16. Februar 1920 von Frankreich im Namen der alliierten Mächte übernommen worden. Gleichzeitig mit der französischen Ruhrbesetzung drangen am 10. Januar 1923 litauische Freischärler ins Memelland ein, ohne daß die französische Besatzung Widerstand leistete. Die Pariser Botschafterkonferenz fügte sich schließlich der Gewaltlösung. Litauen erhielt die Souveränität über das Memelland durch die „Konvention über das Memelland“ vom 8. Mai 1924 zugesprochen. Nach dem Memelstatut vom 14. März 1924 wurde das Memelland ein autonomer Bestandteil Litauens. Der litauische Staatspräsident ernannte den Gouverneur. Das Landesdirektorium (Regierung) bestand aus dem vom Gouverneur ernannten Vorsitzenden und vier Mitgliedern. Zum Vorsitzenden wurden trotz der starken deutschen Mehrheit im Landtag bis 1931 nur Litauer oder litauisch gesinnte Memelländer berufen.

Auf Grund der nicht enden wollenden Proteste der Deutschen, die den Anschluß ans Deutsche Reich forderten, wurde 1926 der Belagerungs­zustand verhängt, an dem die litauische Führung bis 1938 festhielt. Die deutsche Reichsregierung unter Adolf Hitler hatte immer wieder die Rückgabe des Memellandes von Litauen gefordert, blieb jedoch zunächst erfolglos. Doch nach massivem Druck unterzeichnete die litauische Regierung schließlich am 22. März 1939 einen Vertrag, der die Rückgabe des Memellandes an Deutschland billigte. Einen Tag später traf Reichskanzler Adolf Hitler in Memel ein. Die deutsche Bevölkerung bereitete ihm einen überschwenglichen Empfang. Das Memelland wurde schließlich wieder der preußischen Provinz Ostpreußen angegliedert. Litauen erhielt jedoch in Memel eine Freihafenzone. Im Winter 1944/45 besetzte die Rote Armee das Memelland und vertrieb die ansässige deutsche Bevölkerung vollständig. Das Memelland wurde unter sowjetische Verwaltung gestellt und am 7. April 1948 in die Litauische SSR eingegliedert.

Patric Cremer


UDH Nr. 67

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