BGD - Bund für Gesamtdeutschland

BGD — Unsere Deutsche Heimat

Nr.70 (3. Quartal 2004)

Auszug


Wege aus dem Chaos

Aus den Deutungsmöglichkeiten für Chaos, als da sind: Anfangszustand der Welt, ungeordneter Urstoff, allgemeiner Wirrwarr, Unordnung, möge sich der Leser dieser Zeilen — auf den Zustand der Bundesrepublik Deutschland bezogen — den für seine Ansicht gültigen Begriff herausnehmen.

Die politische Klasse der BRD hat diesen Zustand in devoter Grundhaltung gegenüber den bis auf den heutigen Tage in Deutschland herrschenden Alliierten in ca. 60 Jahren geschaffen. Wir können es jedoch nicht nur der politischen Klasse anlasten, ein jeder von uns hat seinen Teil dazu beigetragen, daß die deutschen Tugenden: Treue, Ehrlichkeit, Fleiß usw. als Grundwerte des Deutschen Volkes in Vergessenheit geraten sind. Leider wird auch die Zugehörigkeit zum Deutschen Volk kaschiert. Meinungsfreiheit in Gesetzen zu garantieren, ist eine Sache — die Meinungsfreiheit in Anspruch zu nehmen — eine andere.

Grundvoraussetzung für die Wege aus dem Chaos ist die Rückbesinnung auf unsere deutschen Tugenden und der Mut zu freiem Denken und Reden.

Betrachten wir darauf hin das in der BRD bestehende Chaos als Anfangszustand, wie dieser bei Kriegsende bestand. Wiederholen wir jedoch nicht die Fehler, die wir in diesen Jahren begangen haben: Überlassen wir die politische und wirtschaftliche Gestaltung des Lebensraumes unseres Deutschen Volkes nicht der Wirtschaft und den eingesetzten Politikern. Dem von Ludwig Erhard geprägten Begriff der sozialen Marktwirtschaft fehlte die nationale Aussage, und er wirkte nur so lange segensreich, wie die die Wirtschaft tragenden Familienbetriebe von solchen Deutschen geführt wurden, die nach den deutschen Tugenden lebten und handelten. Und selbst diese verfielen der Gewinnsucht, als das „Wirtschaftswunder“ einsetzte.
Firmen müssen Gewinne erwirtschaften! Gewinnsucht aber ist, Gewinne um jeden Preis zu machen und diese hochzutreiben. Dabei wurde nicht nur die soziale Marktwirtschaft, sondern auch die Aufgabenstellung der Unternehmen in der deutschen Volkswirtschaft verlassen. In der nationalen Volkswirtschaft sind die Unternehmen in der Pflicht, den Lebensunterhalt des eigenen Volkes sicherzustellen. Die Arbeitnehmer tragen mit ihrer Arbeit zum eigenen und ihrer Angehörigen Lebensunterhalt und zum Erhalt von Staat und Volk bei. Getrieben von der Gewinnsucht, wurde diese Aufgabenteilung in der nationalen Volkswirtschaft verlassen. Auf Kosten der Allgemeinheit wurden ausländische Arbeitskräfte ins Land geholt. Die mit diesen Arbeitskräften erzielten Gewinne blieben bei den Betrieben. Die durch die ausländischen Arbeitskräfte verursachten sozialen Kosten wurden der Volksgemeinschaft aufgebürdet.

Diese Entwicklung führte zwangsläufig in einen Teufelskreis. Um größere Gewinne zu erzielen, wurde der Export ausgebaut. Die damit eingeleitete Entwicklung verselbständigte sich und führte zu einer hohen Arbeitslosigkeit, die sich im „Zeichen der Globalisierung“ verstetigte. Die Binnennachfrage ließ rapide nach. Alle Bemühungen, in den ausgefahrenen Gleisen einen Aufwärtstrend anzuschieben, waren zum Scheitern verurteilt.

Bei der Einbeziehung der DDR in den Wirtschaftskreislauf der BRD wurden die bereits vorhandenen Erwartungen der Menschen durch leichtfertiges Gerede von Politikern noch zusätzlich hochgeputscht. Gleichzeitig wurde der in kleiner Zahl vorhandene Mittelstand gnadenlos den Konzernen aus Westdeutschland ausgeliefert. Die vorhandenen Werte in Form von Betrieben mit ihren Erfahrungen in Entwicklung und Produktionsabläufen wurden durch die Treuhand an das Ausland verschleudert, ohne den geringsten Versuch zu unternehmen, die Wirtschaft gemäß ihren realen Werten in Gang zu bringen. Die entstehenden sozialen Verpflichtungen, Renten usw., wurden aus den Kassen der westdeutschen Organisationen beglichen.

Sechzig Jahre nach Kriegsende sind die Geschehnisse von vor 1945 Geschichte. Die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland benötigt auf der Grundlage freier Entscheidung seiner Staatsbürger einen Schlußstrich nicht nur unter die politische Vergangenheit bis 1945, sondern auch unter die wirtschaftliche Vergangenheit von 1945 bis 2004. Der Anfangszustand ab 2005 kann aus eigener Kraft auf dem wirtschaftlichen Sektor erfolgen. Die politische „Realität“ ist in einem zweiten Schritt über die Loslösung unseres Landes aus dem Satelliten-Status zu vollziehen.

Die drei zur Zeit lebenden Generationen: Die Jugend in Ausbildung, die berufstätige, die Werte schaffende Generation und die Rentner sind von dem herrschenden Chaos gleichermaßen betroffen.

Mit dem dafür vorgesehenen Kapital ist über den Weg des „ehrlichen Kaufmanns“ eine Sicherung des eigenen Kapitals und mit der damit verbundenen Schaffung von Arbeitsplätzen gleichzeitig auch die Sicherung der Rentenbezüge gegeben. Der gewissenlosen, in weiten Bereichen ausschließlich auf dem Betrug anderer aufgebauten Spekulation muß der Boden durch Organisation des Kapitals in Genossenschaften entzogen werden. Die durch Spekulationen vernichteten Werte bezahlt letztendlich jeder Einzelne über die Preise.
Das Grundübel in der deutschen Volkswirtschaft ist das zu geringe Eigenkapital der Betriebe. Die Vorherrschaft der Banken und die Steuerung über den Zins entscheiden über Bestand, Entwicklung oder Konkurs von Unternehmen und das zumeist ohne jeden wirtschaftlichen oder garsozialen Sachverstand — allein diktiert vom Profitstreben um jeden Preis. Beim Aufbau großer Teile der Volkswirtschaft auf Genossenschaftsbasis unterbleiben Verluste durch Spekulation. Für die vorgesehenen Pilotprojekte sind die Regeln des ordentlichen Kaufmanns Grundbedingung.

Horst Zaborowski


UDH Nr. 70

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