BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 70  ¦  Juli – September 2004


Auf Spurensuche

von Gerda Saborowski-Baltruschat

Auf Spurensuche nach den Stätten unserer Vorfahren begaben wir uns, Herr Lothar Trinoga, mein Großneffe, und ich — wie oben, per Auto auf den Weg in den Deutschen Osten — hier Ostpreußen, vom 3. bis 11. Juli 2004. Ostpreußen, meine Heimat, und doch fremd geworden.

Die Tour führte uns über die Autobahn 2 Richtung Küstrin in Pommern, Landsberg/Warthe, Deutsch Krone, Schneidemühl, Bromberg, Graudenz/Westpreußen, Deutsch Eylau, Osterode, Allenstein, Sensburg, Arys, Lyck/Ostpreußen. Da die Tourismusstraßen gut ausgebaut sind, kamen wir gut voran. Ab ca. Allenstein — Lyck Richtung Fließdorf, Seedorf und rundum sind die Straßenverhältnisse holprig bis hin mit Schlaglöchern anzutreffen.

Für die Hin- und Rückfahrt bei fünf Tagen Erkundungsfahrten legten wir insgesamt 3.143 Kilometer zurück. Hin- und Rückfahrt erforderten jeweils zwei Tage. Die fünf Tage Aufenthalt auf Heimatboden (Erde) verliefen wie im Fluge. Und, natürlich brachten wir auch Heimaterde mit. Die Luft empfand ich leichter beim Atmen als hier in Celle. Auch ein etwas heftigerer Wind, der hierzulande bald zu einer Erkältung führt, machte mir nichts aus. Nach jedem Regenschauer — einmal sogar mit Hagel — vernahm ich einen leichten Blütenduft der blühenden Kräuter am Wegesrand und der Linden, die ihre Blüten zu entfalten begannen. Jeder Tag wurde zu einer Erkundung. Da die Temperaturen nicht über 20 Grad stiegen, hat uns das Wetter nicht beeinflußt.

Unser Rückreisetag, der 11. Juli, erinnerte mich an den 11. Juli von 1920, ein geschichtsträchtiger Tag (Abstimmungstag) für uns Deutsche in Süd-Ostpreußen, der die Beweiskraft für das Deutschtum erbrachte. Polen hatte schon in jenen Jahren Ansprüche auf deutsche Gebiete gestellt. Das Abstimmungsergebnis und zugleich Treuebekenntnis lautete: 97,9 % für Deutschland, das den Oberst Pio der italienischen Entente-Aufsichtskräfte und andere Anspruchskräfte ins Staunen versetzte, hatte doch Polen der Entente (den seinerzeitigen Alliierten) schon den vollen Sieg über seine Gebietsforderungen deutschen Bodens vorausgesagt. Für Polen stimmten die Leute, die aus Polen eingewandert und ansässig wurden.

Der Heimatdienstleiter in Lyck, der sich durch seine große Mühe eine einmalige Ehre erwarb, war Pfarrer Bruno Rathke, der Vater des vor einigen Jahren verstorbenen Korvettenkapitäns Helmuth Rathke. So nimmt es nicht wunder, daß die Polen gleich mit ihrem Eindringen unsere Orte auf Polnisch präsent hatten.

Fortsetzung folgt
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Gerda Saborowski-Baltruschat


Ostpreußenlied

Text: Erich Hannighofer, vertont von Herbert Brust

Land der dunklen Wälder und kristallnen Seen,
über weite Felder lichte Wunder gehn.
Starke Bauern schreiten hinter Pferd und Pflug,
über Ackerbreiten streicht der Vogelzug.
Und die Meere rauschen den Choral der Zeit,
Elche steh'n und lauschen in die Ewigkeit.
Tag ist aufgegangen über Haff und Moor,
Licht hat angefangen, steigt im Ost empor.

Elch-Zeichnung, 80kB 678×622

Wie lange noch sind die Gedanken frei so frei, wie die Elche…?

Hoffentlich kann auch ich die Heimat meines Vaters noch einmal sehen!

Zwar wurde ich in der Rhein-Provinz — in Duisburg geboren, aber von einer schlesischen Mutter, die leider kurz nach meiner Geburt verstarb.

Wenn auch am Rhein geboren — für das Leben geprägt wurde ich jedoch von meiner ostpreußischen Großmutter, die mir auch das ostpreußische Rückgrad einzog. Geprägt wurde ich aber auch von den Versammlungen und Feiern im Ost- und Westpreußen-Verein und von dem weiten Land, das ich kennenlernte, als mich meine Großmutter wegen der Bombenangriffe in ihre damals noch sichere Heimat Ostpreußen brachte — dem Land, in dem schon Generationen meiner Vorfahren gelebt hatten.

Seither ist die Sehnsucht nach diesem Land tief in meinem Herzen verwurzelt und bleibt bestehen — für immer!

Jedoch — mit dem mir angeborenen und von meiner Großmutter verstärkten Freiheitswillen kann ich es mir nicht vorstellen, in dieses große und weite Land zu fahren, das einmal ein freies und stolzes Land war — das heute aber unter der Besetzung von Völkern steht, die sich dieses schöne Stück Erde seit je her einverleiben wollten.

Somit bleibt mir vorerst nur die Hoffnung, daß wenigstens die Elche noch frei sind und für alle Zeit frei bleiben…

Horst Zaborowski


UDH Nr. 70

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