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BGD — Unsere Deutsche Heimat

Nr.76 (1. Quartal 2006)

Auszug


Die Besten im Westen: hier Konrad Adenauer

Vor 129 Jahren, am 5. Januar 1876, wurde Konrad Adenauer in Köln geboren. Er war der erste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland und die prägende politische Gestalt Westdeutschlands nach dem Krieg. Bei der Kanzlerwahl 1949 im Bundestag wurde er mit nur einer Stimme Mehrheit, seiner eigenen, gewählt. Erst 1963 trat Adenauer als Kanzler zurück, als ihn auch seine Parteifreunde dazu drängten. Adenauers vielfach verklärtes Bild weist allerdings viele Flecken auf. Dem einstigen Oberbürgermeister von Köln (1917-1933) wurden Sympathien für rheinisch-katholische Separatistenbewegung nachgesagt. Als bundesdeutscher Regierungschef trug Adenauer die Verantwortung für Vereinbarungen über gigantische Wiedergutmachungsleistungen ohne zeitliche oder finanzielle Begrenzung. Er wandte sich gegen die Rückkehr des Saarlandes nach Deutschland und betrieb eine Politik der bedingungslosen Westintegration, die mehrere Angebote Stalins für eine Wiedervereinigung nicht einmal prüfte oder beantwortete. (Kurt Schumacher war es, der Adenauer voller Verachtung als den „Bundeskanzler der Alliierten“ bezeichnete, was bis in die Gegenwart als sein Vermächtnis nachwirkt.)

Das britische Tageblatt News Chronicle vom 27.6.59 schreibt vom „arroganten, gebieterischen, halsstarrigen Kanzler von Westdeutschland“ und bemerkt: „Adenauer, ein Katholik und ein Rheinländer, ist zuweilen westlicher als der Westen. Neutralität, dieses unschuldig klingende Wort, das so viele Deutsche wie auch Ausländer anlockte, hat keinen Reiz für ihn. Um diese Neutralität zu vermeiden, ist er bereit, viele Opfer zu bringen, selbst das Opfer einer Verlängerung der deutschen Spaltung.“

Die britische Zeitschrift The Economist vom 29.8.59 stellt fest, daß Bonn selbst nichts gegen die deutsche Spaltung tue, und schreibt offen:

Über zwei Verbündete vermerkte die New York Tribune vom 24.1.59:

Schließlich zur Außenpolitik noch ein Zitat aus der bekannten französischen Tageszeitung Le Monde, und zwar vom 14.11.59:

Der große Liberale Thomas Dehler, Adenauers erster Jutizminister, der seinen Chef anfangs verehrte und ihn nach näherem Kennenlernen immer mehr ablehnte, urteilte in den fünfziger Jahren verbittert:Konrad Adenauer ist ein Feind Berlins, Konrad Adenauer ist der Feind Preußens, Konrad Adenauer ist ein Feind des Reiches.“ Zudem sei Adenauer ein „starrsinniger Mann, der auf sich bezogen ist, er ist ein Mann, der nur sich sieht, ein Mann, der sich nicht vorstellen kann, daß es irgendetwas, oder gar diesen Staat, ohne ihn geben könnte.“

Konrad Adenauer verstarb am 19. April 1967, Thomas Dehler drei Monate später, am 21. Juli 1967.

Otto May, Ostpreuße


UDH Nr. 76

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