BGD - Bund für Gesamtdeutschland

Unsere Deutsche Heimat

Ausgabe 78  ¦  Juli – September 2006


Die ausgefallene Generation

„Schlimmer als der 30jährige Krieg“

30 Jahre linker Politik zerstören Deutschland geistig und biologisch.

Zwei große Weltkriege vermochten im vergangenen Jahrhundert trotz millionenfacher Verluste an Menschen und an unersetzlichen Kulturgütern Deutschland in seinem Kern nicht zu zerstören. Trotz furchtbarer Niederlagen erholte es sich jeweils wieder und schaffte in dem weltweit bestaunten Wirtschaftswunder nach 1948 — wie schon einmal nach 1933 — die Grundlage für einen neuen wirtschaftlichen, aber auch geistigen Aufstieg. Doch Ende der 50er Jahre setzte mit der verstärkten Umerziehung und (der 988jährigen) Vergangenheitsbewältigung (nach 12 Jahren Drittes Reich) der große Bruch ein, der dann den bis heute andauernden geistigen und bevölkerungsmäßigen, seit kurzem auch wirtschaftlichen Niedergang des deutschen Volkes zur Folge hatte. Die dafür verantwortlichen Politiker versuchen nun, diese Schäden mit ihrer idiotisch anmutenden millionenschweren Werbekampagne „Du bist Deutschland“ zu reparieren, wie seinerzeit Stalin mit der Ausrufung seines „Vaterländischen Krieges“, als er am Rande der Katastrophe stand.

Rechte Gruppen, wie die „Gesellschaft für freie Publizistik“ oder der „Arbeitskreis Südwest“, wiesen bereits Anfang der 70er Jahre auf den zunehmenden Geburtenmangel hin, der den Bestand des deutschen Volkes (ein den Politikern vollständig abhanden gekommener Begriff; sie kennen nur eine „deutsche Gesellschaft“, das deutsche Volk nur in düsteren Zeiten) bedrohte, und forderten eine aktive Bevölkerungspolitik. Nachdem drei Jahrzehnte lang nationale Warner vor der gefährlichen gesellschaftlichen Entwicklung des deutschen Volkes verteufelt und diffamiert worden sind, melden sich seit wenigen Jahren endlich, wenn auch eine ganze Generation zu spät, Bevölkerungswissenschaftler zu Wort und stellen den verheerenden Zustand des deutschen Volkes und die für die Zukunft absehbaren Folgen dar.

Zu diesen verantwortungsbewußten Wissenschaftlern gehört der Bielefelder Ordinarius Herwig Birg, der in mehreren Büchern — zuletzt mit dem Titel „Die ausgefallene Generation“ — die Öffentlichkeit auf diese brennende Schicksalsfrage der Deutschen hingewiesen hat. Auch in mehreren Artikeln in großen Zeitungen trat er mit dem Thema vor die Leser. Kürzlich gab er der Tageszeitung „Die Welt“ (5.10.2005) ein Interview zur demographischen Lage. In aller Deutlichkeit forderte er: „Es muß in den Köpfen eine Revolution stattfinden, die den Realitätssinn schärft und das Verantwortungsgefühl stärkt“. Denn ein Kulturbruch habe stattgefunden, „eine bewußte Entwertung von allem, was mit Familie verbunden ist“. Und er nennt — für einen heutigen Wissenschaftler sehr mutig — die für diese Entwicklung Schuldigen: „Im Gefolge der Frankfurter Schule und der 68er Bewegung kristallisierte sich auch eine antifamiliäre Kampagne heraus. Sie kulminierte in Aussagen, daß man unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten auf Kinder verzichten könne, weil der Faktor Kapital immer produktiver werde. Ein Irrtum!“

Er habe „Zorn, weil die Elite sich so verhält, als ob sie das Land aufgegeben habe. Daß Gleichgültigkeit die Ursache der Ignoranz ist, habe ich lange nicht wahrhaben wollen“. Und er klagt mit Recht die Berliner Parteien an: „Im zurückliegenden Wahlkampf haben wir erneut ein Allparteien-Schweigekartell gegen die existenzbedrohende demographische Fehlentwicklung erleben können.“

Die gegenwärtige Entwicklung sei sogar schlimmer als zur Zeit des 30jährigen Krieges: „Der endete nach drei Jahrzehnten mit einem Frieden, und alles ging wieder nach oben.“ Das gelte leider nicht für Deutschland, dort hätten wir — besonders in Mitteldeutschland — „eine längere Durststrecke vor uns“. Mit den auf vielen Veranstaltungen beschworenen „Chancen der Schrumpfung“ oder dem „Wachstumsmotor Altern“ gehe es um „die Infantilisierung des Publikums“ durch Verharmlosung eines ernsten Problems. Man bemüht sich krampfhaft darum, nicht über die zentrale Ursache der demographischen Alterung — die niedrige Geburtenrate — zu reden, sondern vermittelt, wie toll man mit den Auswirkungen umzugehen versteht. Wirklichkeitsfremde Ökonomen können mit der Familie nichts anfangen: „Selbsternannte Demographie-Experten“ rechnen vor, daß es „ökonomisch dumm wäre, die Bevölkerung wieder zum Wachstum durch Geburten anzuregen“. Und der Bielefelder Wissenschaftler stellt treffend fest: „Diese Form der Desinformation erinnert fast an die kommunistische Ära.“

Damit hat Birg nur zart angedeutet, was wirklich seit langem Sache in Deutschland ist: Anarchisten und Linksextreme, einig in dem Willen zur Zerstörung des deutschen Volkes, geben den Ton in der veröffentlichten Meinung an. Wenn selbst die jahrelang verantwortlichen Bundesminister frühere Kommunisten und Zöglinge der marxistischen Frankfurter Schule sind, haben sie nicht nur die Ziele dieser Volksfeinde im Sinn gehabt, sondern wandten und wenden natürlich auch die ideologischen Methoden der Kommunisten an.

Ob die derzeit bevorstehende große Koalition hier einen echten Sinneswandel, eine grundlegende geistige Wende bringen kann, ist nach den bisherigen Erfahrungen sehr zweifelhaft. Zu sehr ist weit in die Reihen der Unionsparteien der neomarxistische Bazillus der Frankfurter Schule vorgedrungen. Eine Revolution in den Köpfen, wie Birg sie fordert, sollte endlich die Volkszerstörer, ihre wirklichkeitsfremde und menschenfeindliche Ideologie sowie ihr verbrecherisches Handeln gegenüber dem deutschen Volk entlarven und dafür sorgen, daß sie durch lebensrichtig denkende Volksverbundene ersetzt werden.

Friedrich Kurreck
Offenbach am Main

Weiterführende Literatur: „Die ausgefallene Generation“ von Herwig Birg, Verlag C.H. Beck oHG, München 2005. – ISBN 3–406–53749–9.


UDH Nr. 78

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