Jan 06 2008

Westerwelles Dreikönigs-Rausch

Category: Deutsches Reich,Gesellschaft,Parteien,PolitikHorst Zaborowski @ 18:33

Es kommt einem kleinen Wunder gleich, was Kritik bewirken kann. Die Kritik, die natürliche keine Kritik war, – so der Vorgänger Gerhard im Amt des FDP-Parteivorsitzenden – beflügelte Westerwelles Rede. Das plakative Gerangel um die politische Mitte in der BRD nimmt langsam Konturen an, die nur noch peinlich sind. Diese Randerscheinungen werden in den kommenden Wahlkämpfen den Wählern keine Entscheidungshilfe sein. Auch nichts Neues ist die konsequente Bedienung der eigenen Klientel durch den FDP-Bundesvorsitzenden. Jedoch — die harte Absage an den Sozialismus, der sicherlich in vielerlei Schattierungen in der Geschichte Gutes und auch Schlechtes bewirkt hat, läßt aufhorchen.

Wie kann eine Partei mit dieser Ausrichtung von Wählern mit guten Gewissen gewählt werden. Auch Wähler sind Freunde der Freiheit, die von Westerwelle so stark in den Vordergrund gestellt wurde. Vor nicht allzu langer Zeit machte das Wort von der Ellenbogengesellschaft im Volk die Runde. Und seit dieser Zeit wird das Wort zwar in der öffentlichen Diskussion gemieden, jedoch die Ellenbogengesellschaft ist vorhanden. Und zu ihr hat sich noch so manche „Gesellschaftsform“ hinzugesellt die dem unteren Drittel des Deutschen Volkes noch Seife auf die abschüssige Bahn in die Verzweiflung geschmiert hat. Es ist einfach unakzeptabel und zerstört das Zusammenleben in diesem „unserem Lande“, der offensichtlich vorhandenen Schere bei den Einkommen der Menschen mit dem Anwurf der „Faulheit“ zu begegnen. Was soll „das Gejammer“ über die hohen Abgaben an den Staat? Und dazu dann noch der „besondere“ (Faulheit-)Hinweis. Unzweifelhaft tragen die arbeitenden Menschen in diesem Staat mit weitem Abstand die größte Last. Von dieser Abgabenlast eine Befreiung dadurch anzustreben, den ärmsten der Armen in unserem Land noch mehr zuzumuten, ist ein verteufelt leichter Weg. Wo bleibt die Anmahnung zur Sparsamkeit beim Staat BRD?

Müssen wir Krieg führen? Es ist in den Augen der politischen Klasse der BRD natürlich kein Krieg. Wer sich mit dem Völkerrecht befaßt wird den Beweis dafür, daß von deutschem Boden, von dem angeblich kein Krieg mehr ausgehen darf, die Unterdrückung und Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Völker im vollen Gange ist. Und diese Kosten sind ein Posten der zählt. Dann der Volksbetrug mit dem Euro, der längst jedem Menschen den Geldbeutel mit einem Loch versehen hat, daß er gar nicht so schnell zugreifen kann wie der Penny durchrutscht und im allgemeinen auch der Euro. Die Gründe liegen nicht nur in der Wert-Umstellung von DM auf Euro. Nicht nur an den Zahlungen an die EU, die von unserer Volkswirtschaft ohne Begründung im Verhältnis zu den anderen Ländern in der EU durch nichts zu rechtfertigende Beitrage abfließen läßt. Auch die Export- und Leistungsbilanzüberschüsse kommen nicht mehr wie zu DM-Zeiten der deutschen Volkswirtschaft zugute, sondern verschwinden im Euro-Pool in den Defiziten unserer Partner in der EU. Das waren immerhin 190 Milliarden und somit fünf Prozent unseres Bruttoinlandsproduktes. Und dieses ließe sich weiterführen. Dies ist doch ein Feld für eine Partei, die die Freiheit so groß in den Mund nimmt und die so viele Finanzexperten in ihren Reihen hat. Aber es schwimmt sich so schön im Strom der Politik-correktis. Wer will es dann wagen, gegen diesen Strom zu schwimmen. Lieber haut Westerwelle mit dem Knüppel „Faulheit“ auf Menschen ein, die von einer Stellenbewerbung zur anderen tippeln und am Leben und „dieser Gesellschaft“ verzweifeln. Es wäre ja vermessen vom deutschen Volk, und das sind wir nach dem Grundgesetz immer noch, Gemeinschaftsinn zu verlangen, nach dem Motto, die starken Schultern tragen die Last derer mit den schwachen Schultern mit.

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