Mrz 02 2008

Zuschauer werden diskriminiert

Category: Deutsches Reich,Medien,PolitikHorst Zaborowski @ 21:01

Als langjähriger Zuschauer des „Frühschoppens“ in der ARD, noch aus den Anfängen mit Werner Höfer, platzt mir jetzt der Kragen! Nach dem „Hinauskomplimentieren“ von Werner Höfer befindet sich die Qualität des Frühschoppens über Jahrzehnte im freien Fall. Es kommen sicherlich viele Gründe zusammen. Die meisten der eingeladenen Journalisten sind nicht wirkliche Könner ihres Fachs. Die Auswahl der Journalisten erfolgt, um mich ganz vorsichtig ausdrücken, nicht immer mit wirklichen Kennern der zur Diskussion stehenden Themen. Bei Werner Höfer waren Journalisten mit fundierten Kenntnissen aus aller Welt zu Gast. Die Leitung des Frühschoppens wurde in der ersten Zeit nach Werner Höfer scheinbar „Chefsache“. So war sich der Intendant Pleitgen nicht zu schade, diese Sendung zu leiten. Diese Zeiten, als Diskussionsleiter des Frühschoppens in regelmäßigen Abständen am Sonntag um 12 Uhr Journalisten zu Gast zu haben, sind auch vorbei.

Die Möglichkeit, daß Zuschauer im Anschluß an die eigentliche Sendung ihre Meinung sagen können, war eine gute Idee und eigentlich schon lange überfällig. Zu bemängeln ist jedoch, daß das Verhältnis von Sendung drei Viertelstunden und Frühschoppen nachgefragt eine Viertelstunde nicht wirklich fair ist. Vier bis fünf Journalisten erörtern ihre Standpunkte zu dem vorgegebenem Thema. Millionen Zuschauer drängen sich in die Telefonleitungen; nur wenige kommen durch. Und diese wenigen werden dann auch noch diskriminiert. Wie anders sollte es denn gesagt werden, wenn die eingeladenen Journalisten immer öfter die Fragen der Zuschauer nicht beantworten bzw. daran vorbei antworten.

In der heutigen Sendung des Frühschoppens wurden Fragen von zwei Zuschauern an den amerikanischen Journalisten nicht beantwortet. Und auch die Moderatorin schwadronierte munter drauf los, ohne dort energischer nachzufragen, was eigentlich ihre selbstverständliche Aufgabe wäre. Ob es wohl an der „political-correctness“ lag?

Die Fragen lauteten sinngemäß: Kann die USA ihre Raketen (Abwehr) in Polen und Tschechien und somit in unmittelbarer Nähe Rußlands aufstellen, ohne daran zu denken, wie die USA seinerzeit auf das Aufstellen der sowjetischen Raketen auf Kuba reagierten? Eine wirklich überlebenswichtige Frage wurde nicht beantwortet. Das ist nicht nur unhöflich, das ist entweder überheblich oder feige. In jedem Falle ist es eine Diskriminierung der Zuschauer.

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