Nov 07 2008

Obama

Hoffnungsträger und Messias in einer Person. Begeisterung weit über die übliche Schonfrist der ersten 100 Tage hinaus. „Jubeler“ von heute werden die ersten Kritiker sein. Massenbegeisterung, ob bei einem Star der Medien oder der Politik, verbreitet Wünsche und Hoffnungen die sich so nicht erfüllen können. Obama wird das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten antreten, eines Staates mit der zur Zeit größten Militärmacht der Welt. Allein aus dieser Tatsache heraus unterliegen seine Handlungen vorgegeben Zwängen. Eine weitere Bürde ist die Verschuldung der USA bei ihren Bürgern und vielen Staaten in dieser Welt.

In der Bundesrepublik Deutschland äußern sich Politiker im Geiste der Dankbarkeit gegenüber den USA. Einige Politiker, die nach 1945 von den USA in den Sattel gehoben wurden, können sich aus biologischen Gründen nicht mehr zu Wort melden. Politiker-Generationen die ihnen folgten, liegen auf der Demut-Dankbarkeits-Linie. Es ist rührend wenn in Talkshows Erinnerungen von geschenkter Schokolade das Urteilsvermögen beeinflussen. Von Potsdam bis Afghanistan ist ein eingeschlagener Weg der USA außerhalb des Völkerrechts ein Markenzeichen. Auflösung des Schandfleckes Guantánamo wird ein Prüfstein sein. Obamas Glaubwürdigkeit steht bei den Völkern der Welt auf dem Prüfstand, wenn der Kampf gegen den Terrorismus weiterhin mit militärischen Mitteln geführt werden sollte.

Bei der deutschen Erlebnisgeneration wird ein US-Präsident Obama erst angekommen sein, wenn er die Größe besitzt, sich für die Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg zu entschuldigen.


UDH87

Schlagwörter: , , , ,

Comments are closed.