Dez 22 2008

…süchtig nach Ketten

Category: Geschichte,Gesellschaft,VolkHorst Zaborowski @ 17:28

Mir ist kein Volk bekannt, das so wie unser deutsches süchtig nach Ketten ist. Es sind nur wenige Lichtblicke in unserer Geschichte, wo der Wille zur Freiheit aufloderte. In den sechzig Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese vorhandene Sucht nach Ketten mit modernster Informationstechnik verstärkt. Was die 68er in die Wege leiteten, war kein Aufbegehren mit dem Ziel der lodernden Freiheit. Es war die Umwandlung der aufgesaugten Informationstechnik, ein Beißen gegen die Hände, die sie fütterten. Weder auf dem sozialen noch auf dem freiheitlichen Sektor bewegten sie sich in Richtung Freiheit eines Max von Schenkendorf. Die von ihnen angestrebte Freiheit war die Freiheit des persönlichen Handelns frei von jeder Verantwortung.

Ein großes Unglück für das deutsche Volk ist, daß diese „Mini-Revoluzzer“ den Gang durch die Institutionen antraten. Und dort sitzen sie nun heute an den Hebeln der wirtschaftlichen- und politischen Macht. Sie versenkten die Moral ins tiefste Unterbewußtsein der Deutschen. Herausgekommen ist eine Verschuldung in Höhe von ca. 1,5 Billionen und eine Finanz- und Wirtschaftskrise, die aller Voraussicht zum Selbstläufer werden kann.

Wo ist die Jugend, die sich gegen diese Versager auflehnt? Die mit gemeinsamen auf gegenseitiger Achtung beruhendem Handeln die Ketten sprengt.

Freiheit, die ich meine,
Die mein Herz erfüllt,
Komm mit deinem Scheine,
Süßes Engelsbild!
Magst du nie dich zeigen
Der bedrängten Welt?
Führest deinen Reigen
Nur am Sternenzelt?

Auch bei grünen Bäumen
In dem lust’gen Wald,
Unter Blütenträumen
Ist dein Aufenthalt.
Ach, das ist ein Leben,
Wenn es weht und klingt,
Wenn dein stilles Weben
Wonnig uns durchdringt.

Wenn die Blätter rauschen,
Süßen Freundesgruß,
Wenn wir Blicke tauschen,
Liebeswort und Kuß.
Aber nimmer weiter
Nimmt das Herz den Lauf.
Auf der Himmelsleiter
Steigt die Sehnsucht auf.

Wo sich Gottes Flamme
In ein Herz gesenkt,
Das am alten Stamme
Treu und liebend hängt,
Wo sich Männer finden,
Die für Ehr und Recht
Mutig sich verbinden,
Weilt ein frei Geschlecht.

Wolltest auf uns lenken
Gottes Lieb‘ und Lust,
Wolltest gern dich senken
In die deutsche Brust.
Freiheit, holdes Wesen,
Gläubig kühn und zart,
Hast ja lang erlesen,
Dir die deutsche Art.

Max von Schenkendorf
(11.12.1783 – 11.12.1817)
geschrieben 1813

UDH89

Schlagwörter: , ,

Comments are closed.