Feb 20 2009

Sparen oder Spekulieren?

Category: FinanzwirtschaftHorst Zaborowski @ 17:58

Eine Entscheidung, die von den meisten Anlegern nicht als Entscheidung wahrgenommen wird. Jeder Anleger, der sein Geld zur Sparkasse usw. bringt und sich mit der normalen Verzinsung zufrieden gibt, handelt in Bereich der produktiven Volkswirtschaft. Einfach ausgedrückt: Sein Geld wird von der Sparkasse einem Häuslebauer oder einem Handwerksbetrieb als Darlehen zur Verfügung gestellt und bleibt somit im Kreislauf der Realwirtschaft. Ebenfalls im Kreislauf der Realwirtschaft bleibt jenes Geld das vom Verbraucher für den Erwerb von Waren und Dienstleitungen ausgegeben wird.

Anders das Geld, welches um einen möglichst hohen Zins zu erhalten angelegt wird. Ganz gleich welche „Produkte“ erworben werden, der Anleger beginnt mit der Spekulation und setzt sein Geld außerhalb der produktiven Volkswirtschaft ein. Unproduktiv in vielfältiger Hinsicht:

  • Die Institute, Banken usw., die „Produkte“, Derivate usw. auf den Markt bringen, müssen allein weil sie höhere Zinsen als die Sparkasse um die Ecke zahlen, auch von ihren Kreditnehmern höhere Zinsen nehmen. Diese höheren Zinsen verteuern, so der Kreditnehmer in der produktiven Volkswirtschaft tätig ist, die von ihm hergestellten oder in den Vertrieb gebrachte Waren, Dienstleistungen usw. Es zahlt also auch der spekulierende Geldanleger einen Teil seines erhaltenen höheren Zinses bei Inanspruchnahme von Dienstleitungen oder Erwerb von Waren mit.
  • Der größte Schaden entsteht, wenn das vom Anleger eingebrachte Kapital außerhalb der produktiven Volkswirtschaft eingesetzt wird. Institute welche Höchstzinsen anbieten, können diese nicht innerhalb der produktiven, sprich realen Volkswirtschaft verleihen. Das ist der Beginn der Spekulation in höchster Vollendung. Banken leihen sich untereinander Geld. Es erfolgt keine Wertschöpfung die der Real-Wirtschaft zur Verfügung gestellt wird. Dieser Geld-Kreislauf innerhalb der Banken ist beliebig aufblasbar und hat, wie die Finanz-Krise knallhart jedem vor Augen führt zum Kollaps der Weltfinanz-Wirtschaft geführt.

Die Geiz ist geil – Welle hat so manchen braven Mitbürger verführt, an den Höchstzinsen mitverdienen zu wollen. Wir leben in einem Land mit freier Kapitalwirtschaft. – Also sein gutes Recht, seine freie Entscheidung. – Nur – wenn das so eingesetzte Kapital entwertet wurde, wie bei Lehman Brothers und anderen, kann der spekulierende Einleger nicht erwarten, dass die Verkäuferin im Supermarkt mit ihren Steuern für seine Fehlspekulation zahlen soll. Unser braver Spekulant würde ja auch nicht auf die Idee kommen, so er im Lotto gespielt und die richtigen Zahlen nicht getroffen hat, von der Lotto-Annahmestelle seinen Einsatz zurückzuverlangen.

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