Mai 08 2009

8. Mai 1945 — Zeitenwende

Category: Deutsches Reich,GeschichteHorst Zaborowski @ 05:16

Am 8. Mai 1945 erlebte die Menschheit eine Zeitenwende. Diese Zeitenwende empfanden wir Deutsche je nach unserem Erlebnis an diesem Tag. Ob im Einsatz an der Front, in den Gefangenenlagern, auf der Flucht aus der angestammten Heimat, in den zerbombten Kellern unserer Städte oder an einem unzerstörten Fleckchen in unserem Heimatland, auf das die strahlende Sonne, eine Wiese, Wald oder See, auch ihre Kraft richtete. Im Moment dieser Empfindungen des Einzelnen war kein Platz für Gedanken, die über das erlebte Schicksal hinausreichten.

Ganz anders bei den „Machern“ dieser Zeitenwende. Es waren einerseits die Nachkommen von Menschen, die ihre Heimat verlassen hatten, um in der „neuen Welt“ ihr Glück zu suchen. — Sie wollten dem Zwang der Obrigkeit und der Armut enfliehen. Für ihr Glück zerstörten sie Freiheit und Glück der Ureinwohner des Einwanderlandes, bis zur letzten Konsequenz, der Vernichtung. Zu den „Machern“ zählten ebenso die Verlierer eines Weltreiches wie die millionenfachen Mörder ihres eigenen Volkes für eine Idee zur Weltbeglückung.

Sie alle glaubten berechtigt zu sein, eine Architektur in Europa zu zerstören, die zwischen dem 15. Mai und dem 24. Oktober 1648 im Westfälischen Frieden zu Münster und Osnabrück aufgebaut wurde. Diese pax universalis trug wesentlich zur gesamteuropäischen Stabilität bei. — Vor bald dreihundert Jahren wurde neben den Beziehungen zwischen den europäischen Völkern auch der Moral ein Stellenwert eingeräumt.

Diese Grundidee des Umgangs der europäischen Völker miteinander galt es zu zerstören. Das Zweite Deutsche Reich als in der Tradition des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, welches die reichsrechtlichen Regelungen des Westfälischen Friedens zum Bestandteil seiner Verfassungsordnung erhoben hatte, war den „Machern“ im Wege. Wer aus den Völkern der Welt ihre Lebensleistung absaugen will, braucht dazu Zwist und Chaos. Darum die Zeitenwende am 8. Mai 1945.

UDH89

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