Aug 29 2009

Zum 1. September

Category: Deutsches Reich,Geschichte,Recht,überstaatlichHorst Zaborowski @ 17:00

Ein schicksalsträchtiger Tag für die Völker in Europa und letztendlich stellte er von den ausgelösten Ereignissen her für viele Völker auf der ganzen Welt Weichen. Geschichtlich betrachtet war der 1. September 1939 der Zweite Teil des am 1. August 1914 erklärten Krieges des Zweiten Deutschen Reichs an Russland. Der Beweis für diese Folgerung ist aus den Artikeln des Friedensvertrages von Versailles herauszulesen.

In den Artikeln 89 und Artikel 93

  • Artikel 89. Polen verpflichtet sich, dem Personen-, Güter-, Schiffs-, Boots-, Wagen-, Eisenbahnwagen- und Postverkehr zwischen Ostpreußen und dem übrigen Deutschland durch das polnische Gebiet einschließlich der Hoheitsgewässer völlige Durchgangfreiheit zuzugestehen und ihm hinsichtlich der Verkehrserleichterungen oder -beschränkungen sowie in jeder anderen Hinsicht zum mindesten dieselbe günstige Behandlung zuteil werden zu lassen, wie dem Verkehr von Personen, Gütern, Schiffen, Booten, Wagen, Eisenbahnwagen und Postsendungen, die polnischer Nationalität, polnischen Ursprungs, polnischer Herkunft, polnisches Eigentum sind oder von einem polnischen Abgangsort kommen; wird einer anderen Nationalität eine noch günstigere Behandlung als der polnischen bewährt, so ist diese Behandlung maßgebend.Durchfuhrgüter bleiben von allen Zoll- oder ähnlichen Abgaben frei.

    Die Durchgangsfreiheit erstreckt sich auf den Draht- und Fernsprechverkehr unter den Bedingungen, wie sie in den im Artikel 98 vorgesehenen Übereinkommen festgelegt sind.

  • Artikel 93. Polen ist damit einverstanden, daß die alliierten und assoziierten Hauptmächte in einem mit ihm zu schließenden Vertrag die Bestimmungen aufnehmen, die sie zum Schutz der Interessen der nationalen, sprachlichen und religiösen Minderheiten in Polen für notwendig erachten, und genehmigt damit diese Bestimmungen Auch ist Polen damit einverstanden, daß die alliierten und assoziierten Hauptmächte in einen mit ihm zu schließenden Vertrag die Bestimmungen aufnehmen, die sie zum Schutz der freien Durchfuhr und einer gerechten Regelung des Handelsverkehrs der anderen Völker für notwendig erachten.

wurde Polen Auflagen erteilt die eine Weltfremdheit der Entwerfer des Friedensvertrages von Versailles vermuten lässt — oder einen weitreichenden Plan bestimmter Kräfte über das 19te Jahrhundert hinaus.

Auch und insbesondere die Artikel das Gebiet Danzig betreffend

  • Artikel 98. Deutschland und Polen werden binnen Jahresfrist nach Inkrafttreten des gegenwärtigen Vertrags Übereinkommen abschließen, deren Wortlaut im Streitfalle von dem Rate des Völkerbundes festgesetzt wird und die einerseits Deutschland für den Eisenbahn-, Draht- und Fernsprechverkehr zwischen Ostpreußen und dem übrigen Deutschland durch das polnische Gebiet die volle Möglichkeit geeigneter Betätigung gewährleisten und andererseits Polen für seinen Verkehr mit der Freien Stadt Danzig durch das etwa auf dem rechten Weichselufer zwischen Polen und der Freien Stadt Danzig liegende deutsche Gebiet die gleiche Möglichkeit sichert.
  • Freie Stadt Danzig.
  • Artikel 100. Deutschland verzichtet zugunsten der alliierten und assoziierten Hauptmächte auf alle Rechte und Ansprüche auf das Gebiet, das von den nachstehend angegebenen Grenzen umschlossen wird:
    • von der Ostsee nach Süden bis zu dem Punkte, an dem die Hauptschiffahrtswege der Nogat und der Weichsel zusammentreffen:
    • die ostpreußische Grenze, wie sie im Artikel 28 Teil II(Deutschlands Grenzen) des gegenwärtigen Vertrags beschrieben ist;
    • von dort der Hauptschiffahrtsweg der Weichsel talwärts bis zu einem Punkt ungefähr 6½ km nördlich der Dirschauer Brücke;
    • von dort nach Nordwesten bis zur Höhe 5, 1½ km südöstlich der Kirche von Güttland:
    • eine im Gelände noch zu bestimmende Linie;
    • von dort nach Westen bis zu dem Vorsprung, die die Grenze des Kreises Berent 8½ km nordöstlich von Schöneck bildet:
    • eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, die zwischen Mühlbanz im Süden und Rambeltsch im Norden verläuft;
    • von dort nach Westen die Grenze des Kreises Berent bis zu der Einbuchtung, die sie 6 km nordnordwestlich von Schöneck bildet;
    • von dort bis zu einem Punkte auf der Mittellinie des Lonkener Sees:
    • eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, die nördlich von Neu-Fietz und Schatarpi und südlich von arenhütte und Lonken verläuft;
    • von dort die Mittellinie des Lonkener Sees bis zu seinem Nordende;
    • von dort bis zum Südende des Pollenziner Sees:
    • eine im Gelände noch zu bestimmende Linie;
    • von dort die Mittellinie des Pollenziner Sees bis zu seinem Nordende;
    • von dort nach Nordosten bis zu dem ungefähr 1 km südlich der Kirche von Koliebken liegenden Punkt, wo die Eisenbahn Danzig-Neustadt einen Bach kreuzt:
    • eine im Gelände noch zu bestimmende Linie, die südöstlich von Kamehlen, Krissau, Fidlin, Sulmin Richthof) Mattern, Schäferei und nordwestlich von Neuendorf, Marschau, Czapielken, Hoch- und Klein-Kelpin, Pulvermühl, Renneberg und den Städten Oliva und Zoppot verläuft;
    • von dort der Lauf des oben erwähnten Baches bis zur Ostsee.
  • Die vorstehend beschriebenen Grenzen sind auf einer deutschen Karte im Maßstab 1:100000, die dem gegenwärtigen Vertrag unter Nr. 3 als Anlage beigefügt ist, eingezeichnet.

sind eine Fundgrube für Zwistigkeiten und Reibereien, wie auch der nachfolgende Artikel 101 beweist.

  • Artikel 101. Ein Ausschuss, der aus drei von den alliierten und assoziierten Hauptmächten ernannten Mitgliedern , darunter einem Oberkommissar als Vorsitzenden und aus je einem von Deutschland und Polen ernannten Mitgliede besteht, tritt binnen zwei Wochen nach Inkrafttreten des gegenwärtigen Vertrags zusammen, um unter möglichster Berücksichtigung der bestehenden Gemeindegrenzen die Grenzlinie für das vorstehend bezeichnete Gebiet an Ort und Stelle festzulegen.

Die aus keiner rationalen noch aus einem Friedensvertrag heraus notwendigen Sonderstellung Danzigs, wie die im Artikel 102

  • Artikel 102. Die alliierten und assoziierten Hauptmächte verpflichten sich, die Stadt Danzig nebst den im Artikel 100 bezeichneten Gebiet als Freie Stadt zu begründen; sie tritt unter den Schutz des Völkerbunds.

festgelegte Abtrennung Danzigs vom Zweiten Deutschen Reich, entsprach keinen Friedensbemühungen sondern schaffte Spannungsfelder — welche sich mit dem in den Artikeln 89 und 93 Vorgegebenen potenzierten.

Im Artikel 103

  • Artikel 103. Die Verfassung der Freien Stadt Danzig wird im Einvernehmen mit einem Oberkommissar des Völkerbunds von ordnungsgemäß berufenen Vertretern der Freien Stadt Danzig ausgearbeitet. Die Verfassung wird von dem Völkerbund gewährleistet.
    Der Oberkommissar wird ferner mit der erstinstanzlichen Entscheidung aller Streitigkeiten betraut, die zwischen Polen und der Freien Stadt aus Anlass des gegenwärtigen Vertrags oder ergänzender Vereinbarungen und Abmachungen entstehen sollten.
    Der Oberkommissar hat seinen Sitz in Danzig.

wird die Verfassung der Freien Stadt Danzig vom Völkerbund gewährleistet. Diese Gewährleistung war nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben wurde. Denn — als in einer Erklärung vom 23. August 1920 der polnische Vertreter Bisiedecki bei Sir Reginald Tower gegen die Danziger Neutralität, welche konform zum Versailler Vertrag stand, protestierte, wurde Polen zugestanden, auf der Westerplatte an der Mündung der Alten Weichsel ein Munitionsdepot anzulegen und zu dessen Schutz auch eine militärische Besatzung dort zu stationieren. In der Folgezeit wurde diese Anlage widerrechtlich militärisch befestigt und ausgebaut. Die Westerplatte unterstand zwar weiterhin den Danziger Behörden, war also nicht exterritorial, durfte aber nur nach vorheriger Anfrage inspiziert werden.

Und auf dieser besagten Westerplatte will sich Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel mit Vertretern der polnischen Regierung am 1. September 2009 treffen. Werden wir es erleben dürfen, dass die sprichwörtliche Geschichtsunkenntnis der Bundeskanzlerin um die Affären Westerplatte am 14. Juli 1932 und am 6. März 1933 sich in den Demutsbezeugungen gegen einen polnischen Größenwahn besonders peinlich bemerkbar macht? Was kann von einer deutschen politischen Elite erwartet werden, die in der vom Sieger geschriebenen Geschichte aufgewachsen ist! — Jedenfalls keine Einsicht in die geschichtliche Wahrheit.

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One Response to “Zum 1. September”

  1. Netzmeister says:

    Vgl. hierzu auch den Zeitzeugenbericht ← von Friedrich Kurreck.

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