Jan 07 2010

Voraussetzung für Versöhnung — Anerkennung der geschichtlichen Wahrheit

Category: Deutsches Reich,GeschichteHorst Zaborowski @ 12:16

Auch in unserem Medien-Zeitalter hat der Satz aus der Jugend­zeit unserer Erlebnis­­generation: „Es hat doch in der Zeitung gestanden“, seine gläubigen Anhänger. Dieser „Glaube“ wird heut­zutage in leider oft zu vielen Fällen auch auf das Medium Fernsehen übertragen.

Wer sich um Erkennt­nisse bemüht, die geschicht­liche Wahrheit sucht ist — auf seine eigenen Wahr­­nehmungen, sein persönlich Erlebtes, ange­wiesen. Die wenigsten von uns können auf eigene Auf­zeichnungen zurück­greifen. In den aller­meisten Fällen sind wir dabei auf unsere Erin­nerungen ange­wiesen.

Um wieviel schwerer gestaltet sich die Suche nach der geschicht­­lichen Wahrheit für Menschen, die nicht über ent­sprechende „Erfahrung“ verfügen? Der Wahrheits­suchende ist gezwungen, bevor er mit der Suche beginnt, den Hinter­grund zu erforschen. Wenn er Erkennt­nisse vorliegen hat sollte er sich fragen „wem nützen diese Erkennt­nisse?“ In welchem Besitz sind die Quellen aus denen die Erkennt­nisse stammen? Wenn ein Wider­spruch zwischen Erkennt­nissen aus unter­schiedlichen Quellen vorhanden — steht der Suchende in großer Ver­antwortung. Er kann versuchen, den Widerspruch aufzuklären oder sich für eine Variante entscheiden. Entscheidet er sich für eine Variante, hat er sich bereits von der geschicht­­lichen Wahrheit entfernt. — Er gibt seine Meinung als die geschicht­liche Wahrheit aus.

Besonders schwierig gestaltet sich die Suche nach der geschicht­­lichen Wahrheit, wenn die Ereignisse um die Kriege im 19ten und 20ten Jahr­hundert erforscht werden. Beteiligte und auch neutrale Staaten halten in den aller­­meisten Fällen ihre Archive ver­schlossen. Aus diesem Umstand heraus darf die Behauptung aufgestellt werden, daß mit dem frei zugänglichen Archiv­material die geschicht­­liche Wahrheit von diesen Staaten verschleiert wird.

Was bleibt also zu tun? Wer sich um Ver­söhnung bemüht ist in einer Zwick­mühle. Er kann Ver­söhnung mit Unter­werfung verwechseln — oder seine Erkennt­nisse bis zu einem Gegen­beweis der anderen Seite als geschicht­­liche Wahrheit in die Gespräche einbringen.

Leider sind in 60 Jahren BRD-Geschichte Beispiele, aus denen eine Haltung ersichtlich wurde, die geschicht­­liche Wahrheit zu verteidigen und sich nicht der Meinungs­­bildung zu unter­werfen, an einer Hand abzuzählen.

In besonderem Maße vertrauens­­hemmend stellt sich die „Lupen-Masche“ dar. Bei den eigenen Argumenten wird die Lupe so entfernt gehalten, daß diese sehr groß erscheinen — bei den Argumenten der anderen Seite wird die Lupe in so großer Entfernung gehalten, daß die Ansicht nur in einzelnen Buch­staben zu erkennen ist. Diese Lupen-Masche erleben wir in der Diskussion um die Stiftungen: „Zentrum gegen Ver­treibungen“ und „Flucht, Vertreibung, Versöhnung.“ Erneut werden Millionen Heimat­vertriebener — und, was noch verwerflicher ist, auch die Nachfahren, die selber diesem millionen­­fachem Völkermord nicht ent­kommen mußten, in eine trügerische Sicherheit gelullt.

Als letzte unab­hängige Instanz der Interessen deutscher Menschen aus den Ost­gebieten des Zweiten Deutschen Reichs fordert der Bund für Gesamt­deutschland:

Offenlegung aller Archive der Alliierten des Zweiten Weltkrieges. Auf Grund­lage dieses Archiv­­materials Erforschung durch unab­hängige Sach­­verständige aus am II. Weltkrieg nicht beteiligten Staaten. Gefragt wird nach:

  • Zahl der Bombenopfer in Dresden
  • Zahl der Bombenopfer in gesamten Gebiet des Zweiten Deutschen Reichs.
  • Die Zahlen der bei der Vertreibung aus den im Osten des Zweiten Deutschen Reichs ermordeten Deutschen.
  • Zahlen der 1945 in Gefangen­schaft genommenen Deutschen Soldaten.
  • Zahl der von den Alliierten des II. Weltkrieges auf ihre Territorien verschleppten Deutschen beiderlei Geschlechts.
  • Zahlen der Deutschen, die aus Gefangenschaft oder Verschleppung lebend heimgekommen sind.
  • Zahl der auf dem Reichsgebiet ab 1945 vergewaltigten deutschen Frauen.

Erst wenn diese Zahlen öffentlich bekannt gegeben und auch von den Vertreiber­­staaten anerkannt worden sind, besteht eine Verhandlungs­grundlage für Versöhnung.

Horst Zaborowski

UDH92

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