Sep 28 2010

Anne Wills Talkrunde

Category: Gesellschaft,Medien,WirtschaftHorst Zaborowski @ 15:39

Eine Talkrunde bei Anne Will in der ARD, Sonntag den 26. September 2010 unter dem Thema: Die „Hartz-Gesellschaft“ – Ist Nehmen seliger denn Geben? Über die Neuregelung von Hartz IV diskutieren Ursula von der Leyen (CDU), Klaus Ernst (Die Linke), Michael Rogowski, Pfarrer Franz Meurer und Jan Fleischhauer. Ursula von der Leyen wirft in die Debatte: Das Bundes­­verfassungs­­gericht hat eine nachvollziehbare Berechnung der Harz-IV Beträge eingefordert. Die Berechnung durch das statistische Bundesamt orientierte sich an dem kleinen Einkommen in der Bundes­­republik Deutschland. Auf Grundlage dieser Berechnung ist der Betrag von 5 Euro beschlossen worden.

Die Debatte sortierte sich in drei Richtungen:
Gemäß Pfarrer Franz Meurer: „Der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Flug.“ Und „Bildung geht nicht ohne Zuwendung“. Auf diese Richtung sprang Michael Rogowski auf mit der Forderung nach Initiativen von Bürgern und andere Organisationen und Gruppen um auf freiwilliger Basis Kinder zu betreuen.

Eine weitere Debatte bildete sich im fast Zwiegespräch zwischen Ursula von der Leyen und Klaus Ernst. Von der Leyen mit dem Thema Bildung über Gutscheine (ca. 20 Euro pro Monat). Wobei mit diesen 20 Euro Begabten­förderung von Musik­unterricht bis Teilnahme am Sportleben usw. abgedeckt werden soll. Klaus Ernst forderte kostenlose Bildung für alle Bürger auf allen Ebenen.

Die dritte Debattenebene wurde von Pfarrer Franz Meurer mit der Forderung den Kapitalismus zu sanieren angestoßen. Michael Rogowskis Beitrag dazu bestand in der Feststellung: Drei Generationen haben teilweise als Berufswunsch „Harzter“. Der Beitrag von Jan Fleischhauer bestand im Bericht, daß er bei Besuchen in Zahnarztpraxen Kinder von ca. drei Jahren angetroffen hat deren Zähne sich in einem Zustand befanden die darauf schließen lassen, daß bei diesen Kinder die Zähne nicht geputzt worden sind.

Bohrende Fragen der Moderatorin Anne Will an die einzelnen Teilnehmer der Runde wofür dieser die 5 Euro verwenden würde überstieg die Vorstellungskraft der meisten. Besser konnte Entfernung der Debatten-Teilnehmer von den Betroffenen nicht dargestellt werden. In dieser Runde sprach nur Pfarrer Franz Meurer die Sprache des Volkes. Seine Worte erheiterte leider diese Runde zusehends. Besser konnte die Oberflächlichkeit mit der die anderen Debatten-Teilnehmer sich der Diskussion stellten dem Fernseh­zuschauer nicht vermittelt werden.

Im eingespielten Beitrag wurde die Verletzung der Würde der von der „Erhöhung“ um 5 Euro auf 364 Euro betroffenen klar zum Ausdruck gebracht mit den Worten: „ich überlege ob ich Ihnen Frau Bundes­ministerin diese 5 Euro zurückschicken soll“. Dies beeindruckte Frau von der Leyen erkennbar nicht. Genau wie der Hinweis auf die Bonus-Zahlungen bei der Hypo Real Estate Bank trotz der hohen Verluste bei der HRE. Im Gegenteil die Bankrotterklärung der Regierung konnte nicht deutlicher ausfallen als mit dem Eingeständnis der Bundes­ministerin es würde auch ihr unwohl dabei sein, jedoch es ist „unabwendbar“.

Auf der einen Seite erfolgt auf den Hinweis von Pfarrer Franz Meurer die Regierung muß dafür sorgen, daß auch Bürger ohne besondere Qualifikation in der Bundes­republik Deutschland Arbeit finden um sich selber ernähren zu können keine Reaktion. Dazu passt es, daß auf die Selbst­herrlichkeit der Führungselite in der Hypo Real Estate Bank ein Regierungs­mitglied als Vertreter des Eigentümers, dem deutschen Volk, erklärt es ist unabwendbar.

Bürger die sich über reale Alternativen informieren wollen: http://autochthone.org/.

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